Den Kopf voller Geschichten

Ein Buch hier, ein Hörbuch da und in der Zwischenzeit plotten und schreiben für die eigenen Projekte. Ich liebe Geschichten und tausche gerne meinen Alltag gegen fiktionale Welten ein. Aktuell merke ich jedoch, dass ich lieber nach einer Serie als nach einem Buch greife und wie sehr der Aspekt auf meinem Blog zu kurz kommt. 2020 habe ich bisher lediglich eine Rezension veröffentlicht und einen Beitrag zu Sci-fi-Empfehlungen, in dem es aber nicht ausschließlich um Bücher ging. Die Frage, die mir da aufkommt, ist: Bin ich noch eine Buchbloggerin? Von Anfang an gab es bei mir auf dem Blog die Mischung aus Filmen, Serien und Büchern – diese möchte ich beibehalten. Jedoch lese ich aktuell wenig. Im Mai habe ich erst ein Buch beendet, ein weiterer The Expanse Band. Sicherlich könnte ich zu jedem Teil der Reihe eine Rezension verfassen, nur glaube ich, interessiert es nur die wenigsten und zudem fehlt mir dazu einfach die Motivation.

Allgemein habe ich zurzeit das Gefühl, gesättigt von Geschichten zu sein. Statt wie sonst auf einer längeren Autofahrt ein Hörbuch zu hören, greife ich lieber zu Musik und lasse meine Gedanken treiben. Es fällt mir schwer, mich auf Geschichten zu konzentrieren, weil ich in meinen eigenen stecke. Wenn ich nicht gerade an Uni Erledigungen sitze, schreibe und bearbeite ich ein Projekt, sammle Ideen zu dem Folgeband und plotte an einer weiteren Geschichte. Das heißt, zum einem habe ich zum Lesen weniger Zeit, da ich abends oft am Laptop sitze, zum anderen ist mein Kopf voll mit Figuren, Handlungen, Dialogen usw. Beinahe nonstop beschäftige ich mich mit meinen Geschichten, auch wenn ich nicht schreibe, ich überlege, wie ich die Dramaturgie aufbaue, ob ich das Ende noch einmal ändern soll … Und das Ganze funktioniert nicht gut, wenn man den Kopf in andere Büchern steckt. Dann kann es auch passieren, dass ich Abende nur damit verbringe, auf dem Bett zu liegen, Musik zu hören, Charakterbögen erstelle oder brainstorme oder tagsüber in die Wolken starre. Zwischen dem Abarbeiten einer To-do-Liste kommen keine Ideen (zumindest ist das bei mir so der Fall). Manchmal muss man unproduktiv zu sein, um produktiv zu sein. Versteht ihr, was ich meine?

Ein großer Grund, warum ich aktuell The Expanse lese (neben dem offensichtlichen Grund, die Reihe zu mögen), ist, dass sie nichts mit meinen Projekten zu tun haben. Ich schreibe selbst (aktuell) kein Sci-Fi, in der Handlung gibt es keine Ähnlichkeiten. Bücher aus dem gleichen Genre kann ich aktuell nicht lesen. Mich blockiert das, ich kann es mir selbst nicht erklären. Ein weiterer Aspekt, warum ich aktuell so wenig lese, ist, dass ich, wenn ich nicht an Uni-Erledigungen oder an den Projekten sitze, ich lieber eine Serie schaue. Irgendwann habe ich das Gefühl, keine Worte mehr sehen zu können und Serien ermöglichen mir besser zu entspannen. Deswegen fehlt es mir zurzeit schwer, über Bücher und Buchthemen zu bloggen, obwohl sie immer noch eine große Leidenschaft von mir sind.

Kennt ihr das Gefühl, im Kopf kein Platz für Bücher zu haben? Beeinflusst Schreiben euer Leseverhalten oder denkt ihr euch, was für einen Quatsch die Nadine hier bitte schreibt? Lasst gerne ein Kommentar da & wir sehen uns nächsten Sonntag wieder.

4 Kommentare

  1. Ich kann das sehr gut nachvollziehen! In mehrerlei Hinsicht. Zum einen gibts auch bei mir immer wieder Zeiten, in denen mir der Sinn mehr nach Musik als nach Podcasts steht, ich mehr und lieber Lese als in anderen Zeiten.
    Andererseits habe ich auch immer ein bisschen das Gefühl, dass es meinen Schreibstil (oder was auch immer; sicherlich auch oft meine Herangehensweise an Fotos) beeinflusst, was mich gerade besonders begeistert oder mir gefällt.

  2. Du weißt ja, dass ich aktuell auch nicht wirklich lese. Habe in 2020 noch kein Buch beendet und weiß gar nicht woran das liegt, denn eigentlich sind so tolle Bücher auf meinem SuB auf die ich Lust habe und die ich gerne sofort lesen würde. Trotzdem kann ich mich dazu gerade so schwer aufraffen, auch weil ich nun wieder so viel für die Uni-Seminare lesen muss, dass ich an manchen Tagen keinen Kopf habe privat ein Buch in die Hand zu nehmen. Aber auch an Tagen, wo ich nichts für die Uni zu lesen habe, fällt mir das Lesen schwer. Ich denke aber jeder hat diese Leseflauten, weil man so viel anderes im Kopf hat und einfach keine Konzentration dafür hat. Man sollte sich da nicht zwingen, man findet von ganz allein zum Lesen zurück. Ich denke bei dir wird es auch besser, sobald du dann mit deiner Geschichte fertig bist. Ein schlechterer Buchblogger bist du meiner Meinung nach deshalb nicht, denn Lesen soll ja kein Wettbewerb sein und oft habe ich das Gefühl, dass er zu einem verkommt und das ist schade. Ich finde es schön, wenn andere viele Bücher im Monat schaffen, aber man sollte sich da nicht vergleichen. Das ist ja auch gar nicht die Intention derjenigen, die über ihre gelesenen Bücher bloggen.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
    freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. Ich meine ich habe dich ja auch schon via Whatsapp mit der Serie genervt, aber sie ist halt echt super. Die Charakter sind so ungewohnt, genauso der Humor. Ich bin ja auch ein Fan solcher Filme, Serien und Bücher, das zieht bei mir immer und mit Villanelle hat man da halt echt ne spannende Antagonistin im Zentrum der Handlung. Ich kann nur sagen: Der Channel lohnt sich. Zum einen kannst du da halt alle vier Staffeln von The Tudors schauen, dann die ersten drei Staffeln „Killing Eve“, aber auch die Mini-Serie „Years and Years“, die aufgrund der Thematik echt ne Pflichtserie für jeden sein sollte, was die da zeigen ist so realistisch und lässt einen nicht mehr los und demnächst gibt es ja noch „The Great“ und falls du noch Zeit und Langweile hast, auch wenn ich mit Phillipa Greggory ne Hassliebe habe, wer historische Kostümdramen mag, der kommt mit „The White Queen“, „The White Princess“ und „The Spanish Princess“ schon auf seine Kosten :D. Man sollte eben nur die echten Ereignisse dringend googlen, weil da schon stark abgewichen und viel erfunden wird. Du merkst aber, dass der Channel sich schon lohnt, weil die mittlerweile doch nen ganz schönes Programm haben.

  3. Ich schreibe selbst nicht, aber ich kann trotzdem nachvollziehen, dass das für dich ein Problem ist. Gerade bei ähnlichen Genres würde es mich auch eher blockieren. Es ist zwar nicht das gleiche, aber als ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe, musste ich auch irgendwann aufhören Artikel zum Thema zu lesen, weil es mich eher beim Schreiben gestört hat als zu helfen.
    Wenn du nicht in der Stimmung bist ist es völlig okay, mal eine Weile nicht zu lesen und nur wegen des Blogs solltest du dir auf keinen Fall Stress machen 🙂

  4. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen .. ich hatte sie zwar nie in der expliziten Art, aber muss das immer so sein um jemand anderen zu verstehen? Ich habe auch oft Phasen in denen ich lieber Musik hörend meinen eigenen Gedanken nachhänge oder mich selbst in eine Fantasie Welt stecke und vor mich hin träume statt ein Buch in die Hand zu nehmen oder ein Hörbuch an zu machen. Manchmal sind mir sogar Filme / Serien zu viel bzw. neue Filme / Serien, weswegen ich dann alte gucke.

    Das einzige was ich aus deinen Gedanken nicht kenne, ist das mit dem schreiben, ABER .. ich war auch nie jemand der sich so viel Mühe gegeben hat. Vielleicht hatte ich daher immer nur kurze Geschichten oder welche, die ich nie zu ende schrieb. Ich bin die Kandidatin die einfach drauf los schreibt und selber wahnsinnig gespannt ist was dabei aufs Papier kommt und wohin mich die Geschichte führt. Spontanes schreiben quasi.. aber weit bringt mich das auch nicht.

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