Was geschah… im Oktober 2019

Hallo ihr Lieben! Willkommen in einem neuen Monat, ich hoffe, ihr hattet fünf schöne Wochen. Bei mir bestand der Oktober hauptsächlich aus Literatur lesen, Studien suchen und sich über meine Bachelor Arbeit aufregen. Letzteres auch gerne häufiger. Mittlerweile habe ich sie angemeldet und ich bin gespannt, ob das noch etwas wird und ich die Erwartungen meines Dozenten umgesetzt bekomme. Dank lieben Menschen auf Twitter habe ich noch einiges an Literatur gefunden, die darauf wartet, durchgearbeitet zu werden und wo hoffentlich ein paar empirische Untersuchungen dabei sind.

Gelesen

Ein Kinderbuchklassiker ist Die Unendliche Geschichte von Michael Ende. Zusammen mit Bastian Balthasar Bux, einem kleinen, eher dickeren Jungen, der in der Schule geärgert wird, taucht man in die Welt des Landes Phantásien mit seinen vielen magischen Gestalten ein. Die kindliche Kaiserin ist krank, ein seltsames „Nichts“ löscht ihr Reich auf und nur Bastian kann sie alle retten. Menschen, die nur einen kleinen Faible für die Welt der geschriebenen Worte haben, die werden Die Unendliche Geschichte lieben. Auch wenn mich die Wiederholung des Satzes „Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden“, teilweise genervt hat, passte es perfekt, denn aus jedem Handlungsstrang bildet sich eine weitere Geschichte und aus dieser weitere. Sie sind nun mal „unendlich“. Zum 40-jährigen Jubiläum hat Sarah vom Blog Pergamentenfalter eine schöne Beitragsreihe dazu entworfen.

Fangirl von Rainbow Rowell habe ich eine zweite Chance gegeben und dieses Mal bin ich mit dem Buch mehr warm geworden, dennoch werde ich hier keine Begeisterungsreden schmeißen. Ich fand es ganz nett, mochte Caths Entwicklung, die Thematik Fanfiction und Levi mit seiner humorvollen Art, nur wollte der letzte Funke nicht vollständig rüber springen, weswegen, weiß ich selbst nicht. Kennt ihr dieses Gefühl?

Über Tina vom Blog Buchpfote bin ich auf die #readingsclassics – Lesegruppe gestoßen, die im Oktober/ November Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson aus dem Jahre 1886 lesen und da es auf meinem SuB auf mich wartet, habe ich mich kurzerhand ihnen angeschlossen. Die Thematik ist interessant, der Schreibstil lässt sich gut lesen und dennoch blieb auch hier die große Begeisterung aus. Der Horror-Klassiker Frankenstein, der ebenfalls Elemente des Briefromans enthält, gefiel mir deutlich besser.

Gesehen

Filme

Erst über Uni Kurse, jetzt mit der Lernapp Duolingo versuche ich mein Französisch aufzubessern. Ich liebe den Klang der Sprache und als beim Arthouse Tag im Cinema in Wuppertal zu einem günstigen Preis Das Wunder von Marseille im Original lief, habe ich die Gelegenheit genutzt. Der Junge Fahim Mohammad flüchtet mit seinem Vater aus Bangladesch und hat das Ziel, in Frankreich Schachmeister zu werden. Dies erzählt der Regisseur Pierre-François Martin-Laval auf eine gradlinige und dennoch charmante Art und Weise. Die Schwierigkeiten, die mit fehlenden Sprachkenntnissen einhergehen, werden witzig verpackt, wie, wenn Fahims Vater zum Abschied immer „Bon Appetite“ sagt oder den Schachtrainer seines Sohns, Sylvan, ungewollt beleidigt. Gérard Depardieu überzeugt als griesgrämigen Trainer, dem der Junge mit der Zeit ans Herz wächst. Besonders das Zusammenspiel mit ihm und Assad Ahmeds ist schön mit anzusehen.

Mir ist wieder aufgefallen, wie ungern ich Freitags- oder Samstagsabends ins Kino gehe, denn bei Es-Kapitel Chapter 2 waren ständig Menschen am Handy, zwei Frauen neben mir immer mal wieder, vor mir zwei Ü40 und an der Seite auch noch welche. Wieso geht man bitte ins Kino, um Fotos zu Posten und Whats-App Nachrichten zu versenden? Ist es zu viel verlangt, für zwei Stunden sein Mobiltelefon in der Tasche lassen? Immer bin ich idiejenige, die die Personen darauf anspricht, weil ansonsten niemand den Mund aufmacht, dabei bin ich gewiss nicht die einzige, der das grelle Licht stört. Genug zu meiner Kinoaufregung, kommen wir zum Film. ES Chapter 2 ist für mich kein Horrorfilm, dafür ist er zu wenig gruselig. Er ist spannend und durchgängig sehr witzig, was einigen bestimmt zu viel sein könnte. Die Witze funktionieren allerdings durch das humoristische Talent von Bill Harder als erwachsene Version von Richie. Hier komme ich zu meinem ersten Kritikpunkt: die Darstellung von Richies Homo-/Bisexualität. Während dem Liebesdreieck um Beverly viel Raum gegeben wurde, ist es bei Richie nicht der Fall. Es kommt zu keinem Gespräch mit seinen Freunden. Diversität hätte man anders in den Film einfließen können, entweder macht man es richtig oder man lässt es ganz bleiben. Ein weiterer Kritikpunkt für mich ist die Länge, das episodartige Abarbeiten der einzelnen Protagonisten in Akt 2 zog sich und auch dem dritten Akt hätte ein wenig Straffung gut getan. Dennoch lohnt sich ein Kinobesuch, weil es wie gesagt viel Positives gibt und der schwedische Schauspieler Bill Skarsgård Es fantastisch spielt.

Mein bisheriges Jahreshighlight ist der südkoreanische Film Parasite – unangefochten. Der Film ist eigen, dass ich mich echt schwer tue, etwas zu ihm zu schreiben, ohne zu spoilern. Er ist gesellschaftskritisch, spannend und auf eine schräge Art und Weise witzig. Dazu ist er nicht vorhersehbar. Durch den Genre Mix war ich mir nie sicher,  welche Richtung Bong Joon-ho Film einschlagen wird. Schaut euch Parasite an überzeugt euch selbst!

Aus diesem Jahr habe ich bei Prime Der Verlorene Sohn nachgeholt, in dem Lucas Hedges nach „Ben is Back“ wieder sein Talent unter Beweis gestellt hat. Er spielt Jared, der aufgrund seiner Homosexualität von seinen baptistischen Eltern gezwungen wird, an einem Umerziehungsprogramm teilzunehmen. Der Film erzählt die Geschichte von Garrard Conley, der seine Erlebnisse von dieser sogenannten Konversionstherapie aufgeschrieben hat. Und leider gehört dies in einigen Teilen der USA nicht der Vergangenheit an. Wie mit den Jugendlichen umgegangen wird, hat mich wütend gemacht. Wie kann man so nur mit Menschen umgehen? Jareds Mutter (Nicole Kidman) zeigt zum Glück etwas Menschlichkeit und nimmt ihn aus dem Programm. Selbst mit Jareds Vater (Russell Crowe) gibt es am Ende eine kleine Annäherung, die mein Herz erweicht hat. Ein wichtiger, ergreifender Film, mit einem Gänsehaut bereitenden Song: „Revelation“.

Urheberrecht: Universal Pictures Germany

Selma hat mich stellenweise schockiert, traurig sowie wütend gestimmt. Zu sehen, wie Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe zusammen geschlagen werden, ist furchtbar und nimmt mich mehr mit als jeder noch so brutale Horrorfilm.
In Selma fand 1965 einer der Höhepunkte der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung statt: Der Marsch nach Montgomery für das Wahlrecht der schwarzen Menschen in den USA-Südstaaten. David Oyelowo verkörpert Martin Luther King charismatisch und facettenreich. Es ist ein packender Film über ein wichtiges geschichtliches Ereignis, der in der heutigen, erschreckenden rückschrittigen Zeit bedeutender denn je ist. Traurig ist der Abspann. Bei der musikalischen Untermalung des fantastischen Oscarsongs „Glory“ wird gezeigt, wer von den Teilnehmer*innen kurz nach dem Marsch umgebracht wurden ist. Einfach nur schlimm.

Urheberrecht: Paramount Pictures

Bei Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen wird die ernste Thematik wie bei Green Book in einen Wohlfühlfilm gepackt. Taraji P, Henson, Octavia Spencer und Janelle Monáe spielen drei begabte Frauen, die in den 50er und 60er Jahren bei der NASA und waren am Mercury- und am Apollo-Programm maßgeblich beteiligt waren. Trotz ihrer begnadeten mathematischen Fähigkeiten haben sie alle zwei „Probleme“: Sie sind Frauen und zudem Schwarz. Folglich haben sie es schwer und müssen sich beweisen und sich gegen die weiße dominierte Männerwelt behaupten. Alle drei sind extrem schlagfertig und zeigen es mit ihren Fähigkeiten, mit denen sie alle in den Schatten stellen. Taraji P. Henson spielt die Mathematikerin Katherine G. Johnson (die mittlerweile 101 Jahre alt ist), die aufgrund ihrer Kenntnisse in der Vektorgeometrie in die Abteilung Space Task Group versetzt wird, die den ersten Flug eines Menschen in den Weltraum berechnen. Was die drei Damen drauf haben, ist wirklich beeindruckend, umso trauriger ist es, dass sie für ihr Können erst kaum Anerkennung fanden und das, obwohl sie die Raumfahrt voran getrieben haben. Der Film ist stimmig erzählt, hat überragende Schauspielerinnen, ist unterhaltsam und lässt einen mit einem guten Gefühl zurück.

Mandy ist eine abgedrehte, brutale LSD Reise, die man entweder feiert oder mit der man überhaupt nichts anfangen kann. Ich gehöre in die zweite Kategorie.

Serien

Auf Prime habe ich im September mit Downtown Abby begonnen und bin mittlerweile in der dritten Staffel. Nachdem mich die ersten Folgen noch ein wenig gelangweilt haben, bin ich schnell süchtig nach der Serie geworden. Maggie Smith spielt einfach fabelhaft. Ansonsten habe ich die jüngste Tochter der Familie, Sybil, mit ihrer warmen Art und ihrem Engagement für das Frauenwahlrecht ins Herz geschlossen. Was ich in der ersten Staffel nicht gedacht hätte, dass ich einmal Sympathien für den intriganten und unfreundlichen Dienstboten Thomas empfinden könnte, doch er ist eine vielschichtige Figur und gehört mittlerweile zu meinen Lieblingen.

Nicole hat mir schon oft die Ohren mit ihrer Lieblingsserie Supernatural voll geschwärmt, dass ich sie einfach anfangen musste. Bisher habe ich nur ein paar Folgen geschaut, weswegen ich noch nicht viel dazu sagen kann, außer, dass ich Jensen Ackles als Dean einfach herrlich komisch finde. Besonders in der fünften Folge habe ich mich mit seiner panischen Angst vorm Fliegen sehr verbunden gefüllt.

Gebloggt

Hörbücher und ich
Wie ist das mit meinem Bücherregal?
Meine Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse
Beitragsreihe zu His Darkest Materials

Empfohlene Beiträge & Artikel:

 

Zitat des Monats

Wer niemals ganze Nachmittage lang mit glühenden Ohren und verstrubbeltem Haar über einem Buch saß und las und las und die Welt um sich her vergaß, nicht mehr merkte, dass er hungrig wurde oder fror –
Wer niemals heimlich im Schein einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat, weil der Vater oder die Mutter oder sonst irgendeine Person einem das Licht ausknipste mit der gutgemeinten Begründung, man müsse jetzt schlafen, da man doch morgen so früh aus den Federn sollte –
Wer niemals offen oder im geheimen bitterliche Tränen vergossen hat, weil eine wunderbare Geschichte zu Ende ging und man Abschied nehmen musste von den Gestalten, mit denen man gemeinsam so viele Abenteuer erlebt hatte, die man liebte und bewunderte, um die man gebangt und für die man gehofft hatte, und ohne deren Gesellschaft einem das Leben leer und sinnlos schien –
Wer nichts von alledem aus eigener Erfahrung kennt, nun, der wird wahrscheinlich nicht begreifen können, was Bastian jetzt tat (S.11)

 

2 Kommentare

  1. Parasite habe ich auch gesehen und fand ihn ausgesprochen gut. Allerdings muss ich auch sagen, dass ihn der Joker dann doch geschlagen hat 🙂

    Hidden Figures ist auch ein super netter Film – Mandy dagegen (du meinst auch den Nicolas Cage Film?) fand ich auch eher verzichtbar.

    Bei langweiligeren Filmen schaue ich im Kino auch übrigens immer mal wieder aufs Handy. Hauptsächlich aber, weil ich keine andere Uhr habe und ich wissen möchte, wie lange ich den Film noch ungefähr aushalten muss…

  2. Wörter auf Reise

    Ach interessant, ich persönlich fand Parasite besser als Joker, hat mich noch mehr umgehauen und war ein interessantes Genre Mix. Schätze Joker aber auch sehr.

    Exakt den meine ich. Hatte mir den angesehen, weil er so kontrovers aufgenommen wurde und ja ich finde ihn auch eher verzichtbar.

    Tzz, sowas aber auch 😀

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