Was geschah… im Mai 2020 | Erlebt, Gelesen und Gesehen

Autokino – das kennt man meist aus älteren Filmen. Schon länger hatte ich überlegt, die Variante auszutesten, habe dann aber doch lieber mit der klassischen Variante vorliebgenommen. Doch da aktuell die Kinos geschlossen sind, wurden Autokinos mit einem Mal reizvoll. Wie ihr dem Bild oben entnehmen könnt, hatten wir auch mit vorne mittig den perfekten Platz. Genau den Blick, wenn man an Autokinos denkt. Dafür waren wir auch 90 Minuten früher dar, doch die Zeit verging zügig. Mit dem Handyradio gab es auch keine Probleme und zum Glück hatte ich auch eine Decke eingeplant, denn wir atmeten zu viel und so beschlug die Scheibe nach einer Zeit ständig und das Fenster musste trotz abendlicher Kühle geöffnet werden. Mit bequemen Kinosesseln und einer guten Soundanlage ist das Autokino natürlich nicht zu vergleichen, dennoch war es schön, ein wenig Nostalgie zu tanken und nach Monaten etwas zu unternehmen.

In der restlichen Zeit war ich viel mit der Uni beschäftigt. Dennoch bin ich wieder vermehrt zum Schreiben gekommen. Ein Wochenende habe ich mich ausschließlich meinem Projekt gewidmet und die Rohfassung beendet. Allerdings sind es aktuell nur 66.029 Worte, weswegen ich überlege, ob ich meine andere Idee doch noch umsetze und die Handlung wieder etwas umwerfe… Ja Chaos ist wieder da. Weswegen ich mein anderes Projekt erst einmal vernünftig plotten werde, bevor ich los schreibe, auch wenn es mich in den Figuren juckt. Im Juni heißt es daher plotten und das Projekt erst einmal ruhen lassen, bevor ich mich im Juli/ August mit ein wenig Abstand dransetze.

Bücher & Comics/ Graphic Novels

Vielleicht hat es der ein oder andere schon mitbekommen, dass ich die His Dark Materials Reihe von Philip Pullman sehr mag. Deswegen stand fest, als ich auf Instagram gesehen habe, dass es ein Comic/ Graphic Novel zum Goldene Kompass gibt, das ich es benötige. Meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht, die Zeichnungen untermalen schön die Geschichte über das Mädchen Lyra, die in einer Welt lebt, in der jeder Mensch ein Dæmon besitzt, ein Tier, das untrennbar mit der eigenen Person verknüpft ist. Sie ist Teil einer großen Prophezeiung, die sie in den hohen Norden führt.

Mein Highlight im Mai war On a Sunbeam von Tillie Walden. Der Graphic Novel wird über zwei Zeitebenen erzählt. In der einen Zeitebenen lernen sich zwei Mädchen auf einer Boarding School kennen und lieben, in dem anderen Handlungsstrang fliegt einer der beiden, Mia, mit einer Crew durch die Tiefen des Weltraums, um alte Gebäude zu reparieren.

Die Bildgewalt der Zeichnungen haben mich in ihren Bann gezogen – die Darstellung des Weltraums und dieses Farbenspiel – ach ich könnte hier Ewigkeiten darüber schwärmen, ohne jemals die richtigen Worte zu finden. Hier bekommt ihr einen Einblick. Ich verstehe nicht, warum ich dieses Jahr erst Comics/ Graphic Novels für mich entdeckt habe. Es ist dasselbe Spiel wie mit Blade Runner 2049, wo ich mich in die Bilder verliebt habe. Meine bildliche Vorstellungskraft ist nicht stark ausgebaut, beim Lesen habe ich meist nur meine Erzählstimme, weswegen etwas Visuelles zur Abwechslung schön ist. Doch auch die Handlung weis zu überzeugen, es ist ein interessantes Universum und die Zeitebenen sind intelligent ineinander verwoben. Dazu gibt es eine schöne Lovestory und lauter queerer Figuren.

Weniger gut hingegen hat mir der sechste Band von The Expanse Band – Babylons Asche –gefallen, da er sich stark gezogen hat. Auf Informationen zu den verschwundenen Raumschiffen und zu den Aliens wartet man vergeblich. Auch der Plot um die freie Raummarine kommt nicht in die Gänge und das Ende kommt im Gegensatz dazu viel zu übereilt. Gut ausgearbeitet wurde die Hin- und Hergerissenheit von Filip, das war nachvollziehbar und über eine Szene habe ich mich sehr gefreut. Babylons Asche ist für mich der schlechteste Band der Reihe. Ich hoffe, dass der nächste wieder besser wird.

Ansonsten habe ich Saphirblau & Smaragdgrün gereadet und es mir wieder aufgefallen, wie oft ich sie schon gelesen habe, weil ich den Wortlaut schon so genau kenne. Mir war nach einer bekannten Geschichte und wieder hat mich Kerstin Gier zum Lachen gebracht, sie hat einfach ein Talent für humorvolle Dialoge.

Filme

Urheberrecht: Universal Pictures UK

Vergangenes Jahr habe ich Downtown Abby für mich entdeckt und sämtliche Staffeln gesuchtet und mit meiner Begeisterung auch meine Eltern angesteckt. Zusammen haben wir uns den Film angesehen, den es bei Prime endlich für 0,99 Cent gab. Und ja, der Film ist für die Fans der Serie gemacht, ich glaube, allen anderen wäre die Handlung zu wenig, weil viel passiert nicht. König George V. und Königin Mary haben sich angemeldet und diese Ankunft soll organisiert werden. Ich habe mich über das Wiedersehen mit den Figuren gefreut, denen jedem ihr Raum gegeben wird, was auch schon eine Stärke der Serie war. Innovativ ist der Film somit nicht, jedoch trifft er die Tonalität der Serie und ist eine nette Ergänzung, bei der ich mich sehr darüber gefreut habe, dass eine Figur endlich ihr kleines Happy End erhält.

Ebenfalls mit meinen Eltern habe ich Parasite gesehen. Für mich war es die Zweite, für sie die erste Sichtung und daher war es spannend für mich, ihre Reaktion zu beobachten und das sie die Entwicklung der Geschichte auch nicht erwartet haben. In Parasite geht es um die Familie Kim, die alle arbeitslos sind und in einer heruntergekommenen Kellerwohnung hausen. Schließlich bekommt der Jüngste einen Nachhilfejob bei einer wohlhabenden Familie, bei der sie sich nach und wie Parasiten einnisten. Bong Joon-ho hat verdient den Oscar für sein Werk erhalten, das gleichzeitig witzig, satirisch, spannend und voller Gesellschaftskritik ist. Es ist ein Genre Mix mit überraschenden Wendungen. Falls ihr ihn noch nicht gesehen habt, er ist ab dem 17. Juni bei Prime im Abo.

Léon der Profi war der Film, der im Autokino lief und auch hier handelt es sich um einen Rewatch. Luc Besson ist damit ein Meisterwerk gelungen und Jean Reno zeigt als einsamer Profikiller die beste Leistung seiner Karriere, der es schafft, trotz seiner eiskalten Morde, Sympathien bei den Zuschauern*innen aufzubauen. Nachdem die gesamte Familie des Nachbarsmädchens umgebracht wurde, nimmt er die zwölfjährige Mathilda widerwillig bei sich auf, die Rache für den Tod ihren kleinen Bruder möchte. Sie gibt sich frühreif und ist gleichzeitig verletzlich. Was Nathalie Portman in jungen Jahren geschafft hat, ist wirklich beeindruckt. In der Nebenrolle brilliert Gary Oldman als komplett durchgeknallter Antagonist.

Urheberecht: Annapurna Pictures

Mit Rom-Coms kann ich in den meisten Fällen nichts anfangen, sie sind mir zu überzeichnet und voller Stereotype und fraglicher Wertevermittlung für junge Menschen. Bei Booksmart hatte ich die Sorge, dass es in die Richtung „ohne Party Jugend verpasst“ geht, denn die beiden besten Freundinnen Amy und Molly haben sich ihre Schulzeit aufs Lernen konzentriert und wollen daher am Vorabend ihres High-School Abschlusses die fehlende Partyzeit nachholen. Doch es ging, da im Kern die Freundschaft der Protagonisten steht und es um Erwachsenwerden geht, was heißt es für Freundschaften, wenn die Schule vorbei ist? Kaitlyn Dever und Beanie Feldstein tragen den Film, sie sind talentiert, sympathisch und witzig. Ich habe viel gelacht und mich gut amüsiert, auch wenn nicht alle Gags gezündet haben und  überzeichnete Stereotype vorliegen. Dennoch macht es Regisseurin Olivia Wilde besser als in vielen anderen Rom-Coms und die musikalische Untermalung kann man auch loben, die Stimmung macht. Mit Amy gibt es auch eine lesbische Protagonistin, ohne das es in einem Coming-Out Storyline eingebettet ist, was mich für einen Teenie Film freut, weil da queere Figuren eher die Mangelware sind.

Serien

Das Angebot von Disney Plus finde ich sehr mau. Einzig The Mandelorian interessierte mich, die ich über eine Freundin auf der Plattform gesehen habe. Die Sequel Trilogie hatte viel Potenzial, war Story technisch aber leider verunglückt und so habe ich mich darüber gefreut, dass mich The Mandelorian nicht enttäuscht hat. Es sind viele kleinere Abenteuer (die Folgen gehen nur 30 Minuten), die mit der Jagd nach „Baby Yoda“ ein übergeordnetes Gerüst bekommen. Schön ist auch, dass zur Abwechslung mal nicht das ganze Universum auf dem Spiel steht.

Upload war für mich eine große Überraschung, zu der ich auch eine Kritik verfasst habe. Hier erfahrt ihr mehr zu der Serie.

Obwohl meine Serienwatch unendlich lang ist, habe ich mit meinem Rewatch von Teen Wolf weitergemacht und wie oft soll ich es noch betonen, ich liebe die Serie. Aktuell befinde ich mich in der Mitte der dritten Staffel, die qualitativ höher als die Staffeln davor ist.

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