Was geschah… im März 2021

Schreiben und Lesen – daraus bestand überwiegend meine letzten Wochen. Sechs Bücher und ein Hörbuch sind zusammen gekommen, mehr als ich sonst lese. Neben zwei Werken, die ich eher solide fand, ist auch ein großes Highlight dabei gewesen. Ansonsten habe ich Anfang des Monats meine Hausarbeit abgegeben und hatte somit viel freie Zeit, die ich in meine Projekte investiert habe. Der zweite Berlin-Band ist nun bei 20.000 Wörtern und daneben habe ich noch ein älteres Projekt hervorgeholt, an dem ich am vergangenen NanoWrimo (dem National Writing Month) gearbeitet habe. Die dort nicht erreichten 50.000 Wörter werde ich wohl voraussichtlich dieses Wochenende erreichen. Die Beschäftigung hat mir geholfen, mich von der aktuellen Lage ein wenig abzukapseln. Flucht vom Alltag gab es auch mit dem Live-Streaming-Kontert der deutschen Metalcore-Band Annisokay. Live aufgenommen im Steintor Varieté in Halle, war es möglich, sich das Konzert noch 72 Stunden nach der Veröffentlichung anzuschauen. Ich konnte da natürlich nicht widerstehen und wenn es doch nichts im Vergleich zum Vorort sein ist, hat es dennoch in der aktuellen Pandemie Konzertfeeling ins heimische Wohnzimmer gebracht.

Ein Einblick habt ihr hier:

Urheberrecht: Annisokay

Bücher

New Beginnings von Lilly Lucas:

Eine große Erwartungshaltung ist in den meisten Fällen nicht gut, dass ist mir wieder bei diesem New Adult Buch aufgefallen. Auf Instagram wird die Reihe sehr gehypt, weswegen ich dachte, dass sie etwas Besonderes an sich haben muss. Na ja, sie ist ganz nett, jedoch für mich nicht mehr als solide. Das Werk lässt sich schnell und flüssig lesen, der Schreibstil war in Ordnung, hat mir allerdings keine Lieblingszitate beschert. Die Liebesgeschichte hat mich persönlich komplett kalt gelassen und das Ende war mir zu übereilt. Positiv hingegen ist das Setting in den Rocky Mountains und wie es in Szene gesetzt wurde. Dazu mochte ich die Nebenfigur Izzy, um die sich Band 2 drehen wird. Vielleicht sollte ich der Reihe demnach noch eine Chance geben?

Herr des Wüstenplaneten von Frank Herbert:

Bei dem Buch bin ich etwas hin und her gerissen. Den Einstieg fand ich mit seinen Intrigenspielen packend. Im Laufe der Geschichte gab es viele interessante Elemente und Figuren – und hier kommt mein Problem: Einige Elemente werden nicht weiter ausgeführt und Figuren wie Irulan oder Chani gehen im Laufe der Geschichte leider unter. Dennoch eine faszinierende Geschichte, bei der aber viel Potenzial verschenkt wurde.

Wasteland von Judith C. und Christian Vogt:

Zur Handlung: Nach drei Kriegen und dem Wateland-Virus ist die Menschheit fast ausgelöst. Banden herrschen über das Land und es gibt nur wenig neutralen Boden mit zum Tauschen dienende Märkte. Da sie immun gegen das Wasteland Virus ist, macht sich Laylay auf den Weg in die Todeszone, wo der Marktbewohner Zeeto verwunden ist. Als sie ihn findet, ist er bereits mit dem Virus infiziert und dazu hat er bei einem geheimen Bunker ein Baby gefunden…

Meine Meinung: Das Buch fing stark an und hatte mich direkt gepackt, ich habe Mad Max Vibes bekommen, mochte den Sarkasmus und fand beide Hauptcharaktere interessant. Mit Layla gibt es eine starke Frauenfigur und mit Zeeto bekommt man einen Einblick in eine bipolare Neurodivergenz (das ich bisher nicht kannte und wovon ich noch nichts in Büchern gelesen hatte). Häufiger musste ich da auch über seine Gedankengänge oder auch Panikattacken schmunzeln, die mir zeitweise bekannt vorkamen. Das Worldbuilding wirkte auch mit der von der Umwelt zerstörten Erde und der Gangbildung ansprechend. In der Dystopie ließen sich zudem fortschrittliche Elemente finden, so ist es bei einer Vorstellung üblich, seine Pronomen zu nennen und nach den Pronomen des anderen zu fragen. Für non-binäre Figuren findet das Pronom ser Verwendung. Leider schwächelt für mich das letzte Drittel. Mit der Auflösung war ich nicht ganz zufrieden und während im Vorfeld sich mit der Geschichte zeitgelassen wurde, ging es mir hier zu schnell. Dennoch, wenn es einen zweiten Band geben wird, wäre ich dabei.

Ach ja, im gesamten Werk wird nicht das generische Maskulinum verwendet. Darauf war ich gespannt und muss sagen, wenn man nicht drauf achtet, fällt es nicht auf. Schön fand ich Neubildungen wie „die Bossin“.

Sherlock Holmes – Eine Studie in Scharlachrot:

Den ersten Fall von Sherlock und Holmes habe ich mir im Zuge der Reading Classic Leserunde angehört. Bei unserer anschließenden Besprechung hatte auch niemand von uns etwas Negatives zu sagen. Es ist ein guter Einstieg und weckt das Interesse auf mehr Fälle des Duos. Da ich im Vorfeld schon die BBC Sherlock Holmes Serie gesehen habe, musste ich oft an sie denken und wie sich die Modernisierung vollzogen hat.

Hannah Arendt oder die Liebe zur Welt von Alois Prinz: 

Wer mehr über Hannah Arendt erfahren möchte, sollte unbedingt mal in die Biografie reinschauen. Sie ist einfach und flüssig verfasst und eignet sich gerade für diejenigen, die sich zum ersten Mal mit Arendt befassen und einen Überblick über ihr Leben und Werke haben möchten. Es war spannend, über das ereignisreiche Leben einer intelligenten Frau zu lesen. Im Anschluss habe ich auch Lust bekommen, mich mehr mit ihren Werken auseinanderzusetzen.

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers: 

Ich habe es geliebt! Und verschlungen! Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Und dabei passiert gar nicht allzu viel. Die junge Marsianerin Rosemary fängt auf dem Langstrecken Raumschiff der Wayfarer an, die Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren. Sie erhalten den Auftrag, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Und auf diese Reise begleiten wir die gemischte Crew. Es ist eine character-driven Story und ich mag es, wenn Figuren auf einem engen Raum (wie auf einem Raumschiff) miteinander interagieren (müssen). Man erfährt viel über die anderen Spezis, so gibt es beispielsweise eine, bei der das Geschlecht fließend ist, eine andere Spezis lebt polymer. Es war zeitweise auch ausgesprochen amüsant, wenn aus ihrer Sicht menschliche Eigenheiten beschrieben werden. Ich habe (fast) alle Figuren in mein Herz geschlossen und mit der Liebesgeschichte (zwischen zwei Frauen) mit gefiebert. Wunderschöne Wohlfühl-Sci-fi.

Zwischen zwei Sternen von Becky Chambers:

Die Handlung von Band 2 beschreibe ich nicht, da ich ansonsten das Ende von Band 1 spoilern würde, Nachdem mir der Vorgänger so gut gefallen hat, hatte es dieser schwer. Wenn es mich auch nicht ganz so gepackt hat, war es immer noch eins ehr gutes Werk, dass interessante Fragen zum Thema Menschlichkeit und KI aufgeworfen hat.

Filme

Amores Perros von Alejandro González Iñárritu:

Der Debüt Film von Iñárritu zeigt, was er da schon drauf hat. Der Episodenfilm erzählt die Geschichte verschiedener Personen, deren Schicksale durch einen Autounfall miteinander verbunden ist. Ich tue mich mit einer Bewertung etwas schwer, zeitweise war er etwas zäh und nicht alle Episoden haben mich gleich stark gepackt), wiederum ist es aber auch der Film im März, der bei mir auch noch Wochen nach dem Schauen einen starken Eindruck hinterlassen hat. Amores Perros handelt von Liebe, Hass, Enttäuschung und ist zeitweise niederschmetternd und brutal (Stichwort Hundekämpfe).

A Beautiful Day in the Neighborhood von Marielle Heller: Den amerikanischen Kinderfernseh-Star Fred Rogers kannte ich erst durch den Film. Journalist Lloyd Vogel (Matthew Rhys), der ein Poträt über Rogers (Tom Hanks) machen soll, nimmt dabei die Position des*der Zuschauers*in ein. Ist der Mann wirklich so nett oder spielt er das nur?  Der Film schafft den Spagat rührend, aber nicht allzu zu kitschig zu werden.

Edward mit den Scherenhänden von Tim Burton:

Am Anfang dachte ich mir, als ich die schrillen Farben gesehen habe: Was ist das denn? Alles, auch die Figuren, wirkte sehr überzeichnet. Dennoch blieb ich dran und musste feststellen, dass der Film eine zutiefst menschliche Geschichte erzählt, darüber wie jemand, der anders ist, von den Menschen behandelt wird. Es ist ein trauriges Märchen mit einer wirklich großartigen Musik von Danny Elfman.

Der Fall Richard Jewell von Clint Eastwood:

Solider Film. Hat mich nicht umgehauen, ist aber auch nicht schlecht, wird von Paul Walter Hauser und Sam Rockwell getragen (der Mann ist einfach cool). Nur was Clint Eastwood mit der Journalistin Kathy Scruggs gemacht hat… (darauf bin ich verstärkt in meinem letzten Beitrag eingegangen)

Drachenzähmen leicht gemacht 2:

Macht genauso viel Spaß wie der erste Teil.

Ein paar Rewachtes gab es auch, so Star Wars Episode 1 und 2. Bei 1 konnte ich noch verstehen, warum ich ihn als Kind cool fand. Das Rennen hat mir auch heute noch Spaß gemacht, ebenso wie der Kampf zwischen Jedi Qui-Gon und Darth Maul. Aber der Rest? Wie nervig ist bitte Jar Jar Bings? Gut, dass er in Episode 2 nicht mehr so häufig zu sehen ist, dafür ist Anakin einfach anstrengend und creepy –  „Ich habe dich in meinen Träumen gesehen“ – da würde ich als Padme eher schnell mal abhauen. Und dann die Szene, wie sie übers GGI Blumenfeld laufen.. Furchtbar! Dazu ist der Film viel zu lang. Hätte ich ihn nicht meiner Freundin geschaut und wir Spaß gehabt, uns darüber lustig gemacht, hätte ich ihn vermutlich nicht durchgezogen.

Daneben habe ich auch noch Harry Potter 1 und 2 geschaut und was soll ich hier nur viel schreiben, ich liebe sie immer noch.

Serien

Killing Eve Staffel 1 und 2:

Handlung: Villanelle (Jodie Comer) ist eine internationale Auftragsmörderin, auf die die britische Agentin Eve Polastri (Sandra Oh) Aufmerksam wird und beginnt, sie aufzuspüren. Beide Frauen entwickeln eine immer größer werdende Faszination aufeinander.

Meine Meinung: Das es den Starzplay Chanel bei Prime aktuell im Abo gibt, habe ich ausgenutzt, um mir endlich diese Serie anzuschauen und wow, sie ist wirklich so gut, wie alle sagen. Sie eignet sich perfekt zum Bingen (was ich auch gemacht habe). Die Handlung ist sowohl spannend wie witzig und Jodie Comer als durchgeknallte Psychopathin ist einfach fantastisch.

Gebloggt

1000 Fragen an mich selbst #6 | Willkommen zurück!
Menschen im Hotel von Vicky Baum | Leseeindrücke
Schreiben & Ich | Über Ideen, Plotten und Schreibroutinen
Darstellung von Frauen im Film | Was soll das ?!

Zitat des Monats

“All you can do, Rosemary – all any of us can do – is work to be something positive instead. That is a choice that every sapient must make every day of their life. The universe is what we make of it. It’s up to you to decide what part you will play.”
― Becky Chambers, The Long Way to a Small, Angry Planet

 

Was waren eure Monatshighlights?
Lasst es mich gerne in einem Kommentar wissen.

 

2 Kommentare

  1. Oh das klingt gut – „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“ habe ich mir mal vorgemerkt 🙂

    Diese Streaming Konzerte sind ja meistens ganz nett, grade die, die speziell dafür aufgenommen und nicht nur vor der Webcam eingespielt wurden, aber so richtig können sie ein Konzert dann doch nicht ersetzen :/

  2. Ich wusste ja bei den Filmen bzw. der Serie schon was mich erwartet und bei den Büchern durch Instagram zumindest zum Teil :D. Glaube von dem SciFi Buch hattest du mir auch erzählt und jap, wir sind da tatsächlich in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs. Mich freut es aber, dass dir Killing Eve so gefällt und ich da mit meinem Serientipp richtig lag. Hoffentlich bleibt das auch bei „The Tudors“ (ich hoffe das dir das schon wegen der Dvds gefällt :D) und „The Great“ so. Wie gesagt darüber hinaus lohnt sich beim Starzplay Channel auch noch „Years by Years“, denke die dürfte dir, weil sie die aktuellen politischen Entwicklungen gut einfängt, auch zusagen. Ist auch ne abgeschlossene Mini-Serie mit 6 Episoden, die kann man sich also gut anschauen. Ansonsten falls du die Tudormania bekommen solltest, kann man sich die Serie zu den Phillippa Greggory Büchern schon anschauen, man sollte sie halt nur richtig einordnen, vor allem die erste „The White Queen“ ist qualitativ gelungen, da war aber auch die BBC noch mit an Bord, „The White Princess“ gefällt mir aber wegen Jodie Comer auch gut und bei „The Spanish Princess“ ist zumindest Staffel 1 noch gelungen, Staffel 2 hat dann aber eklatante Schwächen und schreckliche Darstellungen, aber das weißt du ja schon :D.

    Ich glaube meine Highlights waren tatsächlich „Ginny & Georgia“ – die Serie ist echt genial, hätte ich nicht erwartet, absoluter Überraschungshit für mich auf Netflix, „Moxie“, wegen des intersektionalen Feminismus und „Der Unsichtbare“.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
    Wobei ich was Krimis/Thriller anbelangt ja die letzten 1-2 Jahre auch eher eine Durststrecke hatte und viele Fehlgriffe dabei. Ich habe halt in dem Genre echt schon viel gelesen, dass mich da vieles nicht mehr umhaut oder überrascht.

    Ja das fand ich bei Teil 3 von „Die Bestimmung“ auch anstrengend, ich wusste nie aus wessen Sicht ich jetzt noch mal lese, weil es da halt keine saubere Unterscheidung gab bzw. die beiden sich zu ähnlich waren.

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