Was geschah… im März 2020 | Erlebt, Gelesen, Geschaut

Auf den Monat März hatte ich mich lange gefreut: Zwei Konzerte und ein Wochenende in Würzburg standen auf dem Programm. Und dann kam doch alles anders. Wer hätte am Anfang des Monats gedacht, dass sich die Lage so entwickeln würde? Am Anfang war es keine stärkere Grippe und jetzt habe ich das Gefühl, die Nachrichten entstammen einem Apokalypsen Film.  Ich finde es auch schlimm, nichts an der Situation ändern zu können und das einzige was man machen kann, ist zu Hause zu bleiben, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Langeweile kommt bei mir aktuell nicht auf, zurzeit habe ich viel mit meiner Bachelor Arbeit zu tun, die nicht ganz so möchte, wie ich es gerne hätte. Drückt wissenschaftliches Arbeiten eure Kreativität auch so runter? Ich sehne den Tag herbei, wenn die BA endlich in trockenen Tücher ist. Aktuell bin ich auch froh statt in Wuppertal bei meinen Eltern zu sein und nicht vollständig zu desozialisieren sowie die Möglichkeit zu haben, bei dem schönen Wetter Fahrrad oder Inliner als Ausgleich zu fahren.

Bevor die Maßnahmen verstärkt wurden, habe ich noch ein Konzert mit genommen. Starset hat eine fantastische Show hingelegt und ich bin froh, es nicht verpasst zu haben. Ich liebe Konzerte sehr und die Atmosphäre die sie bieten.

Gelesen

Ob Cassandra Clare jemals ihre Shadowhunter Welt verlassen wird? Sie expandiert immer weiter ihr Universum und auf jedes Erscheinungsdatum fiebere ich hin. Es ist mittlerweile ein Gefühl nach Hause zu kommen, wenn ihr versteht was ich meine. Man kennt die Figuren und sie wachsen einen ans Herz. Ich bin auch fasziniert von den Stammbäumen und wer mit wem verwandt ist. In ihrem neuen Werk Chain of Gold geht es unter anderem um James und Lucie, Kinder von Tessa und Will sowie um Cordelia, Nichte von Jem. Die Chroniken der Schattenjäger ist meine Lieblingsreihe aus der Shadowhunter Welt, weswegen ich mich sehr auf ein Widersehen mit den Figuren gefreut hat und besonders Will ist so wie wir ihn aus der Triloige kennen, er ist einfach wunderbar. Die Charaktere machen Chain of Gold aus, wobei man bei der großen Anzahl erst einmal den Überblick bewahren muss, leider geht auch Lucie etwas unter und ich hoffe, im zweiten Buch mehr von ihr zu lesen, gerade da ihr Handlungsstrang interessant ist. Die Nebenfiguren sind allesamt gut gezeichnet, bekommen ihre Hintergrundgeschichte und besonders Anna und Matthew mochte ich, Cordelia kann man nicht anders als mögen und Magnus ist natürlich auch wieder dabei, was wäre ein Shadowhunter Buch auch ohne ihn? Es gibt queere Figuren, eine spannende Handlung und die gewohnte Cassandra Clare Dramatik. Einzig und allein eine Sache am Ende hat meine Begeisterung gedrückt und ich habe laut Nein gerufen, weil ich so gar keine Lust auf diesen Plot habe, wer das Buch gelesen hat, weiß vielleicht was ich meine.

„James was studying the books on the walls – a very typically Heronalde things to do.“ (p.385)

In Die Weltenwanderin: Kaltru von Liara Frye erlangt die sechszehnten Jährige Alexis mit einem Mal ihre Sehkraft wieder, was sich niemand erklären kann. Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten verlieht sie immer mehr, ebenso wie ihre Erinnerungen. Dann verschwindet ihre beste Freundin…

Die drohende Zerstörung zweier Welten, eine Prophezeiung, Gestaltwandler, Wassermenschen und viele mehre Wesen bevölkern das Buch. Eine bunte Fantasymischung, die mir teilweise ein wenig zu viel war. Ich habe etwas gebraucht, um in die Handlung reinzukommen. Doch muss man sagen, dass das Geheimnis der Welten gut eingefädelt wurde und sich erst nach und nach ein Bild entwickelt. Mit Alex bin ich bis zum Schluss nicht ganz warm geworden, warum weiß ich nicht. Dafür mochte ich ihre Freundin April ebenso wie den sarkastischen, unnahbaren Ian. Zum Schluss gibt es einen Cliffhanger, der Lust auf den zweiten Band macht. Ein gutes Debut mit ein paar kleinen Schwächen. Bei der Fortsetzung werde ich wieder dabei sein.

Geschaut

WG Leben ist so eine Sache, in der Küche stapelt sich das Geschirr, keiner fühlt sich dazu berufen aufzuräumen und jeder hat so seine Eigenarten, die aufeinander stoßen. Nicht anders sieht es bei Vampiren aus. In What We Do in the Shadows (furchtbarer deutscher Titel: 5 Zimmer Küche Sarg) macht ein Kamerateam eine Dokumentation über eine Vampire WG. Der Film ist so schräg wie er klingt und dabei herrlich komisch. Kein Vampire-Klischee fehlt, kreativ gemachter Spaß von Taika Waititi (Jojo-Rabbit).

Hereditary von Ari Aster ist einer dieser Filme, der die Geister spaltet. Ich hatte im Vorfeld und sehr viel positives und aus meinem Freundeskreis schon ebenso viel negatives gehört. Umso gespannt war ich, als ich ihn mir vor kurzem endlich angesehen habe. Was mir direkt in den Blick gestoßen sind, waren die Kamerafahrten. Allein der Anfang mit dem Puppenhaus war wunderschön gemacht, dessen nähere Bedeutung sich im späteren Verlauf erschließt. Das Unglück, das der Familie passiert, ist heftig und wie jedes Familienmitglied damit umgeht ist wahnsinnig gut gespielt, besonders Toni Collette als verzweifelte Mutter sticht hervor. Hereditary ist über lange Strecken ein Drama, das sich langsam entwickelt und an ein unbehagliches Gefühl erzeugt, es braucht nicht immer die großen Monster. Von dem Ende war ich erst nicht angetan, doch als ich länger darüber nachgedacht habe, musste ich feststellen, wie passend es ist und wie es vieles in ein anderes Licht stellt. Hereditary findet ihr bei Prime im Angebot.

Ebenso bei Prime gibt es I am Mother, der für jeden Sci-fi Fan eine Sichtung wert ist, auch wenn er ab der zweiten Hälfte ein paar Schwächen aufweist. Eine Teenangerin wird von einem Roboter großgezogen, da die Welt unbewohnbar ist. Zumindest wird ihr dies von „Mother“ gesagt. Stimmt es, oder wird sie angelogen? Und ist „Mother“ wirklich nett wie sie sich gibt oder welches Spielt treibt sie? Diese Fragen, das lautlose Bewegen des Roboters, das man an jeder Ecke erwartet und die sterilen Umgebung erzeugt zu Beginn ein interessantes Kammerspiel, das an Ex Machina erinnert. An dieses Meistwerk kommt I am Mother zwar nicht dran, dennoch hat Grant Sputore ein mehr als solides Regie Debut hingelegt und man gespannt sein, was von ihm noch kommt.

Weitere Filme:

Bei einer Freundin habe ich Disney Plus geschnorrt und Coco nachgeholt. Ein herzerwärmender Film von Pixar über Familie, Erinnerung und Sterben. Bunt und fröhlich und gleichzeitig emotional. Wenn nach Hereditary eure die Stimmung niedergedrückt ist, schaut euch anschließend Coco an 😀

Chihiros Reise ins Zauberland ist ein Film, der mich als Kind verstört hat (diese Schweine-Szene!). Lange habe ich daher einen Bogen um ihn gemacht, bis ich schließlich eine Zweitsichtung gewagt habe, um mein Trauma zu überwinden. Zum Glück! Ein bezaubernder Film. Eine berührende, phantasievolle Reise mit überraschend viel Gesellschaftskritik, die immer noch hoch aktuell ist. Chihiros Reise ins Zauberland findet ihr auf Netflix.

Tolkien, die Biografie vom Schöpfer von Herr der Ringe, erzählt Abschnitte aus dessen Leben, wie er in einer idyllischen Landschaft aufwächst, fürs Studium nach Oxford geht, die Kameradschaft seiner Freude (toll dargestellt) und der erste Weltkrieg, dessen Schrecken ihn geprägt haben. Immer wieder sind Bezüge zu Herr der Ringe zu erkennen. Es wird gezeigt, woher er seine Ideen und Motivation genommen hat und wie seine Mythen und Sprachen entstanden sind. Sehr im Fokus steht die Liebesgeschichte zwischen Tolkien und seiner Jugendliebe und späteren Frau Edith, die von Lily Collins gespielt wird, die einfach nicht anders kann, als zauberhaft zu sein.

In Battle of the Sexes spielt Emma Stone die Profi-Tennisspielerin Billie Jean King, die sich für Gleichberechtigung von Frauen im Tennissport einsetzt, die in den 70er Jahren weniger als die Hälfte ihrer männlichen Kollegen verdienten. Der Film erzählt von dem berühmten Tennismatch von Billie Jean King und dem Herausforderer Bobby Riggs im Jahr 1973 bei dem rund 30.000 Zuschauer dabei waren. Ein guter Film, über eine beeindruckende Frau, die nicht nur eine talentierte Tennisspielerin war, sondern sich in ihrem Leben für Gleichberechtigung und die Rechte von LGBTQ einsetze.

Gebloggt

Der Unsichtbare: Stalking auf einem neuen Level
Bloggestöber | Lieblingsklicks Januar und Februar
7 gute Gründe für Crazy Ex Girlfriend
Corona Virus: persönliche Gedanke und Ängste
500 Days of Summer: die Macht von Musik & Schnitt | meine Lieblingsfilme
Gone with the Heat – Damals und Heute | Rezension
Eine Ladung Science-Fictionen Empfehlungen

Was waren eure Monatshighlights?
Was liest ihr aktuell?

8 Kommentare

        Kommentar verfassen