TV- Series Characters Tag #2 | LGBTQ-Charaktere & problematische Charaktere

Im Unterschied zu Filmen begleiten wir Figuren in Serien über einen längeren Zeitraum und zeitweise wandelt sich auch unsere Beziehung zu ihnen: Charaktere, die wir eins mochten, beginnen uns zu nerven und Charaktere, die wir einst nicht leiden konnten, werden zu unseren Lieblingen. Welche das bei mir sind, das erfahrt ihr heute in einer zweiten Runde des TV-Series-Character TAG, den ich bei Nicole von Smalltownadventure entdeckt hat, die wiederum die Fragen von Weheartit hat. Bevor es losgeht eine kleine Spoilerwarnung: Hin und wieder werde ich auf Entwicklungen eingehen und somit Aspekte aus späteren Staffeln vorwegnehmen.

11. Ein TV-Charakter der singen kann:

Crazy Ex Girlfriend ist eine Musical-Serie und wie es in einem Musical so üblich ist, wird dort gesungen und gerade Paula, gespielt von Donna Lynne Champlin, hat eine tolle Stimme, die  sie immer wieder unter Beweis stellt.

12. Ein historischer und/oder königlicher TV-Charakter:

Urheberrecht: BBC

Da The Last Kingdom die einzige Serie ist, die ich schaue, in der historische Figuren auftauchen, fällt mir die Entscheidung mit Alfred, dem König von Wessex, einfach. David Dawson spielt Alfred der Große, der erfolgreich die Wikinger abgewehrt hatte und die angelsächsischen Königreiche zu einem vereinte. Wie historisch korrekt seine Darstellung allerdings in der Serie ist, kann ich nicht sagen.

13. Ein lustiger TV-Charakter:

„House rules, Sammy. Driver picks the music; shotgun shuts his cake hole“ (Dean – Supernatural)

Zu Supernatural wurde ich von einer Bloggerfreundin, der lieben Nicole, überredet. Ich habe die Serie damals nie geschaut und später haben mich die Anzahl von 15 Staffeln abgeschreckt. Die ersten Folgen haben mich nicht gecatcht (von den Effekten ist man mittlerweile einfach Höherwertigeres gewöhnt), jedoch ist im Laufe der ersten Staffel (in der ich mich aktuell immer noch befinde) der Funken übergesprungen und ich kann nachvollziehen, warum die Serie eine so große Fangemeinde hat. Ein Aspekt, der da gewiss mit spielt, ist die Beziehung der beiden Brüder Sam und Dean, die mich gerade mit ihren emotionalen und witzigen Momente gepackt hat. Gerade Dean hat mich oft zum Lachen gebracht, insbesondere in Folge 4, wo er panische Flugangst hat. Da ich selbst unter große Flugangst leide, habe ich mich selbst in ihm gesehen. Allgemein hat Jensen Ackles großes humoristisches Talent und ich liebe sein Mimik-Spiel. Dean gehört zu der Sorte Figuren die Sorgen und Unbehagen mit einem Witz überspielen.

14. Ein problematischer TV-Charakter:

Ich plane schon seit Längerem einen Beitrag zu Gossip Girl und weswegen ich meine frühere Lieblingsserie nicht mehr mag. Ein Grund davon ist die problematische Darstellung von Chuck Bass. Schon damals konnte ich nicht verstehen, warum er in meinem Freundeskreis so gefeiert wurde. Er macht keine Entwicklung durch und zeigt keine Einsicht. In der ersten Staffel vergewaltigt er fast Jenny, was nachher nie ein Thema ist. Chuck Bass nimmt sich halt jede Frau, die er will, er ist schließlich Chuck Bass. Er legt ein respektloses Verhalten gegenüber Frauen an den Tag und seine Beziehung zu Blair ist toxisch. Er hat sie einfach mal gegen sein Hotel eingetauscht. Ernsthaft? Chuck ist und bleibt der Bad-Boy der Serie, der denkt, dass er mit seinem Namen und Geld alles nehmen kann. Egal wie sehr die Serie es auch vorgaukeln mag, sein Verhalten verbessert sich nicht und man kann auch nicht alles mit einer schweren Kindheit und einem schlechten Vater entschuldigen.

15. Ein nerviger TV-Charakter:

Lost in Space ist eine Familien-Sci-Fi-Serie. Und ja, den Familienaspekt bemerkt man an vielen Stellen, es gibt zu viele Hollywood Rettungsmomente und leider auch einige nervige Figuren. Insbesondere Dr. Smith konnte ich nicht leiden und jedes Mal, wenn die Frau ihren Mund aufgemacht hat, habe ich nur mit den Augen verdreht.

16. Ein TV-Charakter, den ich erst nicht mochte, nun aber liebe:

„And you´re wrong about me. I mind what people say“ Thomas – Downtown Abby

Thomas aus Downtown Abby wurde zu Beginn der Serie als intriganter Bösewicht eingeführt. Er machte John Bates das Leben schwer, weil er selbst der Butler Lord Crawley sein wollte. Mit seiner kühlen Art und seinem trockenen, zeitweise feindseligen Humor machte er sich keine Freunde. Mein Bild von ihm begann sich in der zweiten Staffel zu ändern, als er im Ersten Weltkrieg Lieutenant Courtenay, einem blinden Soldat, beigestanden- und sich dafür eingesetzt hat, dass dieser nicht wieder in den Krieg muss. Leider waren Thomas Mühen vergeblich und so begeht Courtenay Selbstmord. Dieser nimmt Thomas mit und man sieht ihn in einer Szene weinend und aufgewühlt auf den Boden sitzen. Hier sah man zum ersten Mal eine menschliche Reaktion und das er nicht so kalt ist, wie er sich nach außen immer gibt. Das sah man auch an Lady Sybils Tod, der ihn mitgenommen hatte, worüber sich viele verwundert hatten, wo er sagte: „In my life, not many have been kind to me. She was one of the few.“ Für Jimmy lässt er sich auch verprügeln, um ihn zu schützen. Mit der Zeit blickt man hinter seiner Fassade und das vieles von ihm lediglich Scharade ist.

Thomas ist eine zutiefst missverstandene Figur. Er ist homosexuell, was damals noch unter Strafe stand. Hart ist, als er in einer späteren Staffel eine „Therapie“ gegen Homosexualität versucht und durch das verabreichte Mittel fast umkommt. Seine nach außen oft gezeigte Kälte ist eine Art Selbstschuss, ein Selbstschutz gegen Enttäuschungen und vor der Angst, so wie er ist nicht akzeptiert zu werden. Denn es scherrt ihn sehr wohl, was andere von ihm denken. Thomas ist voller Selbsthass und dieser Selbsthass zerrt immer mehr an ihm, bis hin in einem Selbstmordversuch, der zum Glück verhindert werden kann. Er sieht ein, dass er sein Leben wie bisher nicht weiterführen kann. Im Film bekommt er auch endlich sein kleines Happy End, das er sich verdient hat.

17. Ein TV Charakter, den ich erst mochte, nun aber nicht mehr:

Jenny aus Gossip Girl mochte ich zu Beginn – sie hatte zwar keine große Rolle, war aber dennoch eine sympathische Figur und ich fand ihre Beziehung zu ihrem Bruder Dan und allgemein die Interaktionen in der Familie schön. Leider wollte sie unbedingt so werden wie Blair und wurde nerviger und nerviger, bis ich sie irgendwann nicht mehr leiden konnte.

Die Game of Thrones Macher haben mir mit der letzten Staffel viele Figuren kaputtgemacht. Über Jamie Lannister hatte ich schon in Teil 1 gesprochen. Auch Dany und Jon standen am Ende neben sich. Danys Entwicklung zu Mad Queen war komplett nicht nachvollziehbar. Die Glocken läuten und sie denkt sich, „Hey bringen wir einfach mal alle um“. Jon wurde zu einer Witzfigur, der außer „She´s my queen“ nichts mehr zustande brachte.

18. Ein Badass-Character:

Urheberrecht: Amazon Prime Video

Chrisjen Avasarala von The Expanse wird fantastisch verkörpert von Shohreh Aghdashloo. Ich liebe es, wie sie die Politikerin der Vereinten Nation gibt, die kein Problem hat, anderen die Stirn zu bieten, kein Blatt vor dem Mund nimmt und gerne flucht. Ihr großes Ziel ist es, die Erde und die Menschen dort zu schützen und dafür gibt sie alles. Und wenn sie mal verliert, wie die Wahl in Staffel 4, macht sie das immer noch mit Stil: One of us is wrong.. i think its you.. but i hope its me.“ 

19. Ein feministischer TV-Charakter:

Lydia Martin aus Teen Wolf ist von Anfang bis Ende eine selbstbewusste, eigenständige Frau, das kann man ihr nicht absprechen, auch wenn sie Anfang noch sehr unter dem Trope „Beliebtes High-School Mädchen“ fällt. Sie hat mehrere romantische und sexuelle Beziehungen – und ja auch das ist als Frau erlaubt. Als Banshee rettet sie mit ihren Kräften und ihrer Intelligenz auch häufig das Pack.

Charlotte Ritter aus Babylon Berlin verkörpert das Bild der  „Neuen Frau“. Auch sie ist unabhängig, selbstbewusst und stürzt sich abends ins Partyleben der Goldenen Zwanziger. Sie ist ehrgeizig und kämpft dafür als Frau eine Stelle als Kriminalassistentin in der Mordkommission zu erhalten.

20. Ein TV-Charakter, mit dem ich gerne befreundet wäre:

Scott und Stiles haben in Teen Wolf eine großartige Freundschaft, die ich auch gerne hätte. Sie sind immer füreinander da und halten zusammen. Ansonsten: Lady Sybil aus Downtown Abby, sie ist eine so liebenswerte, herzensgute Person, mit einem großen Gerechtigkeitssinn, die immer für Freunde und Familie da ist und sich für andere einsetzt.

21. Ein LGBT-Charakter:

Urheberrecht: Netflix UK & Ireland

In den letzten Jahren hat die Anzahl von LGBTQ-Charakteren zu genommen, eine Entwicklung, die ich sehr begrüße. Dennoch ist noch Luft nach oben, denn wie viele Transsexuelle und asexuelle Charaktere fallen euch ein? Mir nur wenige bis kaum welche. Doch kommen wir zu Stranger Things: Ich liebe Robin, sie ist lustig, cool und einfach sympathisch. Und ich bin so unfassbar glücklich, dass sie nicht den klischeehaften Weg eingeschlagen haben. Ich hatte Sorge, dass sie die ganze Zeit über in ihn verliebt war und sie nachher zusammen kommen und dann kam es zu der „Badezimmer-Szene“. Robins Outing war eine berührende Szene. Für sie muss es unfassbar schwierig gewesen sein, wenn man bedenkt, dass die Serie in den 80ern spielt. Umso bemerkenswerter ist auch die Reaktion von Steve, der damit überhaupt keine Probleme hat. Für mich eine der besten Szene der vierten Staffel.

Noch zu erwähnen ist Sophia aus Orange is The New Black, die im Gefängnis einen Waschsalon leitet. Als einzige Transgender Frau im Gefängnis erlebt sie viel Transphobie von Insassen, die sie nicht als „richtige“ Frau ansehen. Als ihre Hormondosis von den Ärzten reduziert wird, ist sie sehr verzweifelt, und man freut sich mit ihr, als sie endlich wieder die richtige bekommt und später in die Freiheit entlassen wird und dort einen richtigen Frisiersalon eröffnet. Sophie wird gespielt von der transexuellen Schauspielerin Laverne Cox. Für ihre Rolle erhielt sie den Primetime Emmy Award als Beste Nebenfigur, womit sie die erste Transgender-Person ist, die den Preis erhalten hat.

22. Ein unterschätzter TV-Charakter:

Hier fand ich es schwierig, eine Figur zu finden. Schließlich fiel mir Bonnie aus Vampire Diaries ein, die nie eine große Storyline erhalten hat. Sie war immer diejenige, die sich geopfert hat, die alles riskiert hat für ihre Freunde. Sie war eine interessante Figur, die mehr und bessere Screen-Time verdient hätte.

23. Ein überschätzter TV-Charakter:

Bleiben wir bei Vampire Diaries. Ich war nie ein großer Fan von Elena. Ich empfand sie oft als langweilig und war auch häufig von der Dreiecksgeschichte genervt. Elena hat über die gesamte Serie nie ihre Rolle als Damsel-in-Distress“ verlassen, was ich sehr schade fand.

24. Ein schlauer Charakter:

Erinnern wir uns zurück, als Game of Thrones noch gut war, als Tyrion Lannister war dort  eine intelligente, belesene Figur war, der sich wortgewandt aus jeder Schlinge gezogen hat,  beispielsweise wie er dem Götterurteil in der ersten Staffel entgeht. Doch auch hier haben die Macher nachgelassen und ihn am Ende irrational handeln lassen. Intelligent ist auch Tasha  aus Orange is The New Black, so hilft sie Caputos als Assistentin bei dem Budget Kosten und später die Sprecherin des Aufstandes nach Pousseys Tod. Die letzte Staffel habe ich bisher noch nicht beendet und hoffe da echt das beste für sie.

Welche Charaktere sind für euch unterschätzt/ überschätzt?
Bei welchem Charakter hat sich eure Meinung über die Zeit zum Positiven/ Negativen geändert?

5 Kommentare

  1. Hi Nadine,
    ein sehr ausführlicher Beitrag! Ich stimme mit dir bei Chuck zu 100 % überein, das finde ich auch total schwierig an der Serie hinsichtlich der Darstellung. Elena aus VD fand ich auch so oft soooo anstrengend und habe den Hype um sie nicht ganz nachvollziehen können. Tyrion Lannister ist noch einer meiner Lieblingscharaktere in GoT, allerdings habe ich auch noch nicht alle Folgen gesehen – wie so oft etwas late to the party 🙂
    Stimme aber zu 100% zu, was Robin in ST angeht – diesen Twist fand ich grandios!

    Liebe Grüße
    Vanessa

  2. Ich musste bei den „GoT“ Abschnitten so lachen, du weißt ja ich bin da ganz bei dir. So heftig, wie die Serie dann in der letzten Staffel qualitativ Federn gelassen hat. Schade.

    Ahh Dean sehr cool, ja überspielt das tatsächlich immer mit Humor, aber je weiter wir in der Serien voranschreiten, umso öfter bekommen wir dann auch Deans emotionale, verletzliche Seite zu sehen. Ich finde es ja klasse, dass sowohl Sam als auch Dean in „Supernatural“ regelmäßig Tränen lassen – denn ja, auch Männer dürfen und sollen das auch. Das ist für mich kein Zeichen von Schwäche, sondern Stärke. Abseits dessen ist Jensen Ackles Talent im Bereich Comedy aber definitiv genial, es wird recht flott dann auch eine Tradition, dass er in jeder Staffel eine Episode erhält, wo er das zeigen kann und ich freue mich echt sehr darauf, wenn du bei den Folgen anbelangst. Ich feiere die Hardcore.
    Freue mich ja eh, dass der Funken noch übergesprungen ist – denn ja, die Effekt sind natürlich nicht mehr mit der heutigen Technik zu vergleichen, aber das dürfte jetzt auch nicht überraschend, es waren eben noch andere Zeiten und generell gab es weniger Budget für Serien in den 2000er Jahren. Aber die Beziehung der Brüder und die familiäre Dynamik und Storylines darum sind von Anfang an Top und sind wirklich das, was die Serie dann tragen und ein so starkes Fandom haben entstehen lassen. Dazu aber halt auch die Darsteller, die eben auch Off-Camera sehr sympathisch sind und viel Zeit in die Fanpflege investieren.

    Bei Chuck, Bonnie und Elena bin ich auch ganz bei dir. Gut geschrieben. Finde es auch schade, dass Elena immer die „Damsel-In-Distress“ war und deshalb bin ich echt sehr froh, dass Nina Dobrev aufgrund der ganzen Doppelgänger ihr schauspielerisches Talent zeigen konnte. Katherine Pierce hingegen war eben genial :D. Bei Bonnie bin ich rückblickend auch sehr wütend, wei viel Potenzial da verschwendet wurde, da hätte man so vieles aufgreifen können und nichts ist passiert. Repräsentation sieht halt auch anders aus.

  3. Ohh sehr toller Beitrag! Sowas liebe ich ja, wenn man sich über verschiedene Seriencharaktere austauschen kann! Ich muss sagen, dass ich das Verhalten von Chuck Bass auch nie ganz verstanden habe, doch ich mochte ihn dennoch, denn er hat sich in meinen Augen auf jeden Fall verbessert. Seine Beziehung zu Blair war nie perfekt, doch irgendwie haben die beiden perfekt zusammen gepasst und das hat sie wiederum als Paar toll gemacht 🙂
    Den Hype um Elena bei Vampire Diaries habe ich auch NIE verstanden, ich fand sie super anstrengend und fand es auch Quatsch, dass sie erst aussteigt, nur um dann am Ende wieder aufzutauchen…
    Ich wünsche dir einen schönen Dienstag, Elisa xx

  4. Wörter auf Reise

    Ich persönlich finde das Paar mittlerweile toxisch und hätte mir gewünscht, wenn sie am Ende nicht zusammen gekommen wären.
    Ja, das ist auch so ne Sache 😀 Probiere es aktuell mit der letzten Staffel, ich bin gespannt wie die so wird 😀

  5. Wörter auf Reise

    danke für deinen Kommentar 🙂 Tyrion ist toll, viel Spaß dir bei GoT, vielleicht sagen dir ja die letzte Staffel mehr zu.
    Alles Liebe
    Nadine

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