Serien Kritik Upload | satirische Science-Fiktion im Genre Mix

Im Jahr 2033 ist es den Menschen möglich, sich nach ihrem Tod hochladen zu lassen und in einer Virtualität den Rest der Unendlichkeit zu verbringen. Was einen erst an die großartige Black Mirror Folge San Junipero denken lässt, wird in der Amazon-Prime Serie Upload, die seit dem 1. Mai auf dem Anbieter verfügbar ist, witzig umgesetzt. Die Melancholie von San Junipero wird in einen skurrilen Genre-Mix eingetauscht. An die Optik kommt Upload leider nicht heran, über das man durch die kreativen Einfälle hinweg sehen kann. Vielleicht ist für die Effekte in einer hoffentlich zweiten Staffel mehr Budget drin.

Worum geht es?

Nach einem Verkehrsunfall in einem selbst fahrenden Auto wird der eitle Programmierer Nathan von seiner Freundin von seiner Freundin im virtuellen Lakeview hochgeladen. Dort wird er von seinem „Engel“, der Kundenservice Mitarbeiterin Nora, betreut. Nathan fehlen Erinnerungen und so kommt bald die Frage auf, ob der scheinbare Unfall keiner war. Zudem sieht er erst im Jenseits, dass sein Leben nur oberflächlicher Schein war und das er seine Freundin nicht geliebt hat, von dessen Vermögen er jetzt aber abhängig ist.

Zwischen Paradies und Hölle

Lakeview sieht zunächst wie das wahre Paradies aus: elegante Zimmer mit Blick auf einen See oder  Schalter, mit denen man die Jahreszeit ändern kann. Jedoch ist dieses Paradies nicht kostenlos. Desto mehr Geld desto mehr Luxus hat man, wie es bei Nathan Nachbar der Fall ist und hinter dessen Tür sich ein großes Anwesen streckt. Desto weniger Geld desto mehr ähnelt es einer ewigandauernden Hölle. Ein Kellerzimmer ohne Fenster, das an ein Gefängnis erinnert.

Nathan hat da „Glück“, seine reiche Freundin finanziert sein Paradies mit sämtlichen App-Käufen. Somit wird Nathan zu ihrem Besitz, dem Dinge gestrichen werden, wenn er sich nicht brav verhält. Freiheit sieht anders aus. Und da ist auch die Programmierung, die nicht immer möchte, und so sind Orte auch mal verpixelt. Die Firma ist auf Gewinne heraus und so gibt es immer wieder penetrante Ki, die einem Käufe aufzwängen oder die immer mal wieder gegen einander laufen.

Upload – eine satirische Dystopie

Upload setzt sich mit aktuellen technischen Trends kritisch auseinander und überspitzt sie. Es gibt selbst fahrende Autos, deren Sicherheit angepriesen wird und die dann doch nicht so sicher sind. Die Serie parodiert den Drang der Menschen nach optischer Perfektion und Bewertung, so bekommt Nathans eingebildete Freundin (die zeitweise etwas zu nervig dargestellt wird) eine Schönheitstherapie in Form von Bienen. Mit Noras Vater kommt auch eine Person ins Spiel, die ein Upload ablehnt, weil er in den „echten“ Himmel zu seiner verstorbenen Frau möchte. Daneben gibt es Menschen, die Tage vor einer Firma campen, die einen Upload auch der armen Bevölkerung ermöglicht. Neben Lakeview gibt es weitere Angebote von anderen Herstellern, die aber nur am Rande erwähnt werden. Die Sache mit dem Upload ist auch die, dass man in dem Körper dorthin kommt, in den man gestorben ist. Somit lebt ein mittlerweile Achtzehnjähriger in dem Körper eines Achtjährigen, was die Kommunikation mit seinen ehemaligen Freunden erschwert.

Fazit

Hinter all den Witzen und schrägen Einfällen lauert eine technologische Dystopie und Gesellschaftskritik, die mit fröhlicher Pop Musik untersetzt wird. Die Science-Fiction Elemente werden mit einer Kriminalgeschichte um Nathans Tod verknüpft. Daneben gibt es eine Liebesgeschichte um ihn und seinen Engel Nora, die beide zusammen eine schöne Chemie haben. Dazu gibt es ein paar explodierende Köpfe. Leider geht eine Storyline verloren. Dennoch hat Greg Daniels, Mitwirker der Simsons und Produzent vom amerikanischen Remake vom britischen The Office, mit Upload eine außergewöhnliche Comedy Serie erschaffen, die eine Sichtung wert ist und bei der ich viel gelacht habe. Alle 10 Folgen, die an die 30 Minuten gehen, sind bei Prime verfügbar.

Eine etwas andere Serienkritik gibt es bei Nicole, die sich mit der Frage beschäftigt hat, ob sie sich selbst hochladen würde. Eine weitere Kritik zur ersten Staffel findet ihr auch bei Wulf.

Ihr habt Lust auf eine weitere witzige Serie? Da habe ich hier für euch 7 Gründe, die für Crazy Ex Girlfriend sprechen.

Habt ihr Upload gesehen und wie fandet ihr die Serie?
Lasst gerne ein Kommentar und wir sehen uns hoffentlich beim nächsten Beitrag wieder.

 

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