Meine Meinung zu Phantastische Tierwesen 2 – Grindewalds Verbrechen

Zwei Jahre mussten wir uns gedulden und jetzt geht endlich weiter. Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen ist am Donnerstag, den 15. November in den deutschen Kinos gestartet und erzählt von den Ereignissen, die sich etliche Jahre vor der Handlung der Harry Potter Reihe abgespielt haben. Wie der Titel schon sagt, liegt der Fokus auf Grindelwald, auf seinen Aufstieg, sein Streben nach dem größeren Wohl und die Herrschaft über die Muggel, den Kann-nicht-Zaubern (dieser Begriff ist doch echt lächerlich oder?). Wie es so mit Vorgeschichten zu einer Geschichte ist, ist der Verlauf der Handlung in gewisser Weise absehbar. Sehr wahrscheinlich wird es auf den berühmten Kampf zwischen den einstigen Freunden Dumbledore und Grindelwald hinauslaufen, der zu Grindelwalds Fall im Jahre 1945 (wohl kein zufällig gewähltes Datum) führt und Dumbledore in den Besitz des Elderstabs bringt. Trotz dieses Wissens schafft es Phantastische Tierwesen 2 zu überraschen und eine Wendungen herbeizuführen, die selbst den größten Potterheads vor ein Rätzel stellt.

Aber erst einmal zur groben Handlung: Beinahe nahtlos knüpft der Film an den Vorgänger an. Grindelwald soll für seine Verbrechen die Verantwortung tragen, schafft es aber zu fliehen und reist nach Paris, um von dort aus seine Pläne umzusetzen. Beauftragt von Albus Dumbledore versucht Newt Scamander ihm in die Quere zu kommen. Bevor es ins Detail geht, sei zunächst gesagt: Der Film ist keine Enttäuschung geworden. Wer das Harry Potter Universum liebt, Lust auf den Film hat, kann sich beruhigt eine Kinokarte kaufen. Allerdings sollte kein Meisterwerk erwartet werden. Welche Aspekte mir gut und welche mir weniger gut gefallen haben, werde ich euch frei von Spoilern erzählen. Also könnt ihr aufatmen und beruhigt weiterlesen.

Passend zur Thematik des Films ist die Atmosphäre düsterer als noch im ersten Teil. Der Beginn mit der actionreichen Flucht von Grindelwald macht Lust auf mehr und weiß zu überzeugen. Verkörpert wird Grindelwald von Johnny Depp, dessen Besetzung in Hinblick auf die Gerüchte bezüglich seines Verhaltens gegenüber seiner Ehefrau für Kontroversen gesorgt hat. Da es sich dabei um noch nicht bewiesene Tatsachen handelt, möchte ich die Sache an dieser Stelle nicht thematisieren. Ich kann mich aus anderen Gründen nicht mit der Besetzung anfreunden. Schlicht und einfach gesagt, ich finde er passt nicht zur Rolle. Positiv anzumerken ist, dass Johnny Depp ihn weniger übertrieben spielt als ich befürchtet habe. Dennoch ist er als Bösewicht weniger ernst zunehmen als Ralph Fiennes in seiner Rolle als Voldemort. Vielleicht liegt es an der tonnenweisen weißen Schminke auf seinem Gesicht. Sicherlich, man sollte keinen Vergleich ziehen, aber da beide im selben Universum anzusiedeln sind, geschieht dieser Vergleich automatisch. Dabei fand ich Grindelwald als Bösewicht um einiges interessanter als Voldemort. Auch Voldemort weißt Rassenideologien auf, da er die Reinheit der Reinblüter anstrebt, dennoch finde ich, dass  Grindelwald noch um einiges größenwahnsinniger ist. Gleichzeitig habe ich ihn mir charismatischer vorgestellt, als eine Person, der die Leute nicht nur folgen, weil sie seine Ansichten befürworten oder aus Angst vor ihm, sondern, weil er sie mit seiner Art überzeugen kann. Dieser Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Aber abwarten, es folgen ja noch drei weitere Filme. Ich hätte dennoch lieber weiter Colin Farrell in der Rolle gesehen.

Kommen wir von Grindelwald zu Dumbledore und zum ersten positiven Aspekt: Die Besetzung mit dem Schauspieler Jude Laws. Er verkörpert die Rolle einfach großartig, mit kleinen Nuancen zeigt er, in welchem Zwiespalt er sich befindet. Zu seiner Beziehung zu Grindelwald äußert er sich mit den Worten: „Wir waren enger als Freunde.“ Diesen Wink müsste wohl den meisten aufgefallen sein, wieso es allerdings implizit bleibt, ist ein Thema für einen anderen Text. Jude Law bringt Dumbledores gütige Art rüber und anders als bei Han Solo habe ich wirklich das Gefühl den jüngeren Dumbledore vor mir zu sehen. Joanne K. Rowling sollte nur vor dem Drehbuch in ihren Unterlagen nachschauen, welche Hintergrundgeschichten sie ihren Charakteren gegeben hat (Ja, ich bin sehr pingelig ich weiß).

Kommen wir zu der Hauptperson vom ersten Teil: Eddie Redmayne als Newt Scamander. Ihn habe ich tief ins Herz geschlossen. Er ist sympatisch, hat seine eigene Art und dafür liebe ich ihn! Außerdem gehört er ebenfalls dem Hause Hufflepuff an. Aus diesem Grund fand ich seine Beziehung zu Leta Lestrange (Zoë Kravitz) interessant. Endlich gibt es eine Freundschaft zwischen den Häusern Hufflepuff und Slytherin! Okay, das trägt jetzt nicht wirklich zur Handlung bei, ich fand es dennoch eine schöne Sache, da es das bei Harry Potter nicht gegeben hat.

Und die anderen Charaktere aus dem ersten Teil? Die gehen in der Fülle der Protagonisten unter und haben wenig Screentime. Queenie (Alison Sudol) fand ich etwas nervig, obwohl ich sie im ersten Teil mochte. Gegen Ende habe ich sie auch als Out of Character empfunden und konnte ihr Handeln nicht nachvollziehen. Dies ist allerdings nur mein persönliches empfinden, man könnte auch mit ihrer Leichtgläubigkeit argumentieren, dann wäre ihr Handeln wiederum erklärbar.

Die Fülle der Charaktere ist eine Sache, die mir negativ aufgefallen ist. Die vielen neuen Gesichter tragen nur wenig zur Handlung bei. Eine wirkliche Hauptfigur, der man durch das Geschehen folgt, gibt es keine. Dafür geht Newt im zweiten Teil zu stark unter. So ist man mal bei Dumbledore (wo ich gerne mehr gesehen hätte, insbesondere zu seiner Vergangenheit), dann hier, dann dort und hin und wieder gibt es Rückblenden.

Für Potterheads gibt es eine Menge Fanservice. Man trifft auf alte Bekannte und  ein mysteriöses Wesen aus der Harry Potter bekommt eine Hintergrundgeschichte, mit der ich nicht gerechnet habe. Fantastische Tierwesen sind auch wieder mit dabei und spielen gegen Ende eine größere Rolle. Ja das Ende, was für ein fieser Cliffhanger, der viele Fragen aufruft, auf deren Antwort wir uns zwei weitere Jahre gedulden müssen.

Was ist mein abschließendes Fazit? Der Film unterhält und ist auch nicht schlecht, anders als mein Text vielleicht vermuten lässt. Die düstere Atmosphäre gefällt mir und Jude Law sowie Eddie Redmayne wissen zu überzeugen. Und als für einen kurzen Augenblick Hogwarts auf der Leinwand auftauchte, war ich wieder glückliche neun Jahre alt. Vielleicht muss ich mir den Film ein zweites Mal ansehen, damit der Funke überspringt. Im Gegensatz zu den einzelnen Harry Potter Teilen merkt man Fantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen an einigen Stellen leider, dass sich bei dem Film um einen Zwischenteil handelt.

Wie sieht ihr es? Wie hat euch der Film gefallen?
Seht ihr es wie ich oder findet ihr, dass ich zu kritisch bin?
Lasst mich gerne eure Meinung wissen

HP

5 Kommentare

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