Warum mich „Den Mund voll ungesagter Dinge“ mit gemischten Gefühle zurückgelassen hat | Rezension

Es gibt Bücher, die es schaffen einen vollständig zu begeistern. Dann gibt es Bücher, die in die Kategorie „in Ordnung“ fallen und welche, bei dem die Lesezeit einer Vergeudung der Lebenszeit gleichkommt. Wiederum andere lassen einen mit einem gemischten Gefühl zurück. „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von der deutschen Autorin Anne Freytag habe ich auf der einen Seite geliebt und auf der anderen Seite sind mir einige Dinge negativ aufgestoßen. Warum das so ist, erzähle ich heute.

Zunächst einmal worum geht es?

Sophie zieht mir ihrem Vater nach München, ausgerechnet für das letzte Schuljahr. Von der Situation ist sie nicht begeistert, bis sie auf das Nachbarsmädchen Alex trifft und ein Kuss ihr Gefühlsleben durcheinanderbringt.

den mund voll ungesagter Dinge

Fangen wir mit den positiven Dingen an, von denen es einige gibt. Schon den Titel „Den Mund voll ungesagter Dinge“ fand ich ansprechend, es hat einen Wiedererkennungswert und es passt perfekt zu der Geschichte. Zwar ist ein Titel kein Bewertungskriterium, dennoch beeinflusst er, oft unbewusst, den Kauf.

Den Mund voll ungesagter Dinge fühlt sich „echt“ an

Weiter mochte ich die Liebe zu den Details: die kleinen Zeichnungen bei den Kapiteln und die Überschriften, die einen Vorgeschmack auf das Geschehen geben. Die Kapitel waren kurz gehalten und die Seiten flossen dahin. Dazu trug auch der Schreibstil von Anna Freytag bei. Ich habe mich in ihren Beschreibungen und Bildern verloren. Ein großer Pluspunkt ist die Authentizität. Die Geschichte fühlt sich „echt“ an. Die siebzehnjährige Sophie ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, sie handelt oft irrational und verhält sich wie eine pubertierende Teenagerin, die sie nun mal ist. Sie muss mit ihrem Vater nach München ziehen, worauf sie keine Lust hat und das lässt sie ihn und besonders seine neue Frau spüren, die sich all die Mühe gibt, es ihr so angenehm wie möglich zu machen. Für mich muss eine Protagonistin nicht zwingend sympatisch oder eine Identifikationsfigur sein, daher liste ich es bei den positiven Punkten auf. Sophie hat ihre kleinen Macken, sie fühlt sich greifbar an. Witziger und gelungen fand ich aus diesem Grund, eine Stelle, wo sich Sophie und Alex darüber unterhalten, ob sie gute Buchcharaktere wären oder nicht. Sophie meint, sie wäre zu launisch und negativ, woraufhin Alex antwortet:

„Ich will mich an ihren Ecken und Kanten stoßen, weil sie sonst austauschbar und langweilig wären. Ich muss nicht alles an einem Charakter mögen, ich muss es nur glauben können“ (S. 294).

Positiv: Die Entwicklung von Gefühlen und der Beziehung

Die Liebe entstand langsam und dass Sophie erst nach dem Kuss begonnen hat, ihre Gefühle für Alex zu merken, war für mich auch nachvollziehbar. Zuvor hatte sie es verdrängt, sich eingeredet, sie wären nur gute Freude, doch nach dem Kuss konnte sie die Zeichen nicht mehr leugnen. In der Beziehung der beiden lag viel Gefühl, es war emotional und die Chemie spürbar.

Die lange Auseinandersetzung mit dem Film „Blau ist eine warme Farbe“ gehört für mich zu einer der besten Szenen aus dem Buch, die Spannung war greifbar und es war schön zu sehen, welche Bedeutung der Film letztendlich für ihre Beziehung hatte. Da sich Sophia mit der Hauptcharakterin Adèle vergleicht, bin ich mir nicht sicher, wie Menschen, die den Film nicht kennen, die Szene finden.

Das waren meine Gründe, warum ich das Buch auf der einen Seite geliebt habe und ich es in kurzer Zeit verschlungen habe. Kommen wir jetzt zu den negativen Punkten, ab hier wird es einige Spoiler geben.

Betrügen? Kein Problem.

Beginnen möchte ich dort, wo ich bei den positiven Punkten aufgehört habe, mit der Beziehung von Alex und Sophie, denn sie küssen sich und schlafen miteinander, obwohl Alex einen Freund hat. Erst erzählt sie Sophie tränenüberströmt von ihren Familienproblemen und dass ihr Vater seit einiger Zeit ihre Mutter betrogen hat und dann verhält sie sich nicht besser. Keiner der beiden hat deswegen ein schlechtes Gewissen. Es ist das zweite Buch, dass ich in der letzten Zeit gelesen habe, wo in eine Beziehung zwischen zwei Mädchen, ein Drama mit einem Jungen eingebaut wurde. Ich brauche dieses Klischee nicht.

Coming Out und Repräsentation

Ein weiterer negativer Aspekt war für mich das Thema Coming Out. Ich brauche es nicht vordergründig in einem Buch und freue mich darüber, wenn eine Liebesgeschichte zweier Frauen auch ohne auskommt. Damit werden zwar die Probleme von der Gesellschaft ausgeklammert, doch ich finde ein Werk kann eine utopische Welt schaffen, in der Hetero-Sein nicht die Norm ist. Es muss nicht immer der Fokus auf die negativen Schattenseiten gelegt werden. Anne Freytag hat ihren Schwerpunkt deutlich auf die Liebesgeschichte von Alex und Sophie. Für mich absolut in Ordnung. Dennoch baut sie ein Coming Out von Sophie ein, dass zu schnell in einem Gespräch abgehandelt wurde. Entweder thematisiert man es richtig oder man lasst es bleiben.

Wenn ich schon beim Thema Repräsentation bin. Wieso ist eine Person entweder hetero oder lesbisch? Was ist mit Bisexualität? Schattierungen zwischen hetero und lesbisch? Sophie fragt sich sofort, ob sie jetzt lesbisch wäre, obwohl sie bisher nur mit Jungen geschlafen hat. Der Begriff Bisexualität fällt nicht. Ebenso nicht bei Alex, die lange in einer Beziehung mit einem Jungen war. Zudem ist es ebenfalls möglich seine Sexualität in Frage zu stellen, ohne vorher mit einer Person egal welchen Geschlechts zu schlafen, nur so am Rande. In „Den Mund voll ungesagter Dinge“ wird das Ganze sehr auf Sex bezogen. Und wenn ich schon dabei bin. Sophie sagt von sich aus, dass sie mit vielen Jungen geschlafen hat, was ja per se nichts negatives ist, nur mochte sie es nie. Sie hat zu viel getrunken und sich einem Jungen hingegeben und den Akt dann über sich ertragen:

„Und dann schlafe ich mit ihm. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Eigentlich liege ich nur mit gespreizten Beinen auf dem Rücken, starre an die Decke und warte, bis der jeweilige Typ fertig ist“ (166f.).

Fragwürdig wurde es für mich dann, als sie weiter erzählt:

„Danach fühle ich mich jedes Mal betäubt. Als würde ich aus einer Narkose aufwachen. Ich würde gerne so tun, als wäre es nicht meine Schuld, aber es ist meine Schuld. Ich habe mich benutzen lassen. Niemand hat mich je zu irgendwas gezwungen. Ich habe es freiwillig getan. Ich wollte es. Zumindest bis zu dem Moment, in dem der jeweilige Typ in mich eingedrungen ist. Und dann war es bereits zu spät. Klar, hätte ich Nein sagen können – man kann immer und zu jedem Zeitpunkt Nein sagen, zumindest -, aber dazu hat mir der Mut gefehlt“ (S. 167).

Im Prinzip ist es möglich Nein zu sagen, aber praktisch nicht?

Ich mit meinen 22 Jahren kann ich die Textstelle reflexiv betrachten, doch wie sieht es bei einem vierzehnjährigen Mädchen, der Zielgruppe des Buches, aus? Wie kommt es dort an?
Problematisch wurde es für mich dann am Ende. Sophie macht keine Entwicklung durch, sie reift nicht und bleibt passiv. Bei der Szene auf der Party mit Nik in der Toilette hätte ich sie am liebsten angeschrien und zu Vernunft geschüttelt. Obwohl Sophie denkt: Du willst das doch gar nicht.“ (S. 355), lässt sie es wieder mit sich machen und fühlt sich dabei so elendig, dass die Szene mich angeekelt hat. Zwar handelte es sich dabei um einen Racheakt wegen Alex, aber dennoch…

Während ich zu Beginn betont habe, dass ich die langsame Entwicklung von Alex und Sophie mochte, ging es mir am Ende zu schnell. Der Konflikt wurde nicht ausgetragen und von Alex Freund bekommt man nur mit, dass Schluss wäre, weil er „dumme Lesben Witze“ gemacht hat. Bis auf Sophies besten Freund ist die Zeichnung von Jungen negativ. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn das Buch offen geendet wäre. Es war deutlich emotionaler wie Sophie das Tagebuch von Alex erhalten hat und darin liest, als der kitschige Prolog danach.

Habt ihr das Buch gelesen und was sagt ihr dazu?
Findet ihr ich übertreibe und hebe zu stark den moralischen Zeigefinger oder seht ihr es ähnlich?

Lasst mich gerne eure Gedanken in den Kommentaren wissen.
Wann hat euch das letzte Mal ein Buch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen?

 

Deutlich positiver gefiel Hannah vom Blog „QueerBuch“ Anna Freytags Werk „Den Mund voll ungesagter Dinge“. Hier kommt zu ihrer Rezension.

10 Kommentare

  1. Ich finde deine Kritik super und finde gar nicht, dass du den moralischen Zeigefinger hebst. Eine Kritik ist am Ende eine persönliche Auseinandersetzung mit einem Buch und spiegelt somit auch die eigenen Gedanken und die eigene Meinung wieder. Deshalb finde ich immer, dass man wenn man ein Werk interessant findet, dieses auch selbst lesen sollte. Kritiken können sicherlich eine Richtung weisen und eine Hilfe bei der Einschätzung sein, ob das was für einen sein könnte, aber sie sollten nicht blind bestimmen was wir lesen. Aber was ich eigentlich sagen möchte: Ich finde es toll, dass du auch die in deinen Augen negativen Punkte beleuchtet hast, denn so sollte eine Auseinandersetzung mit einem Werk auch erfolgen, vor allem da du ja sachlich kritisiert hast. Ich kann verstehen, wieso dir die Stellen nicht gefallen haben und die zwiegespalten zurücklassen. Das ist der Grund, wieso ich das Genre nicht mehr lese und damit auch nicht warm werde. Gerade hier ist es halt echt schade, wenn der Anfang so gut ist, die Beziehung erst nachvollziehbar aufgebaut wird und man mit der Hauptfigur jemanden geschaffen hat, der sich echt anfühlt. Denn wie du denke ich, dass ein Buchcharakter kein Smpyathieträger sein muss oder perfekt. Gerade Figuren die Fehler machen, die auch ihrem Alter entsprechen, wie hier der Frust über den Umzug und deshalb auch das rebellieren und um sich schlagen, finde ich wichtig. Denn so werden Leser ja auch dazu angeregt ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen und bekommen einen Spiegel gezeigt. Trotzdem reizt mich das Buch nicht, aufgrund der von dir genannten Punkte und wie gesagt wegen des Genres.

    Das letzte Buch das mich zwiegespalten zurück gelassen hat ,war in der Tat auch ein Young Adult Romance Book. Nicht mein Genre, aber ich wollte dem ganzen eine Chance geben, vor allem weil „Paper Princess“ ja so beliebt ist. Ich mochte die Hauptfigur und ihre Geschichte, aber die Romanze hatte schon wieder so viele Momente, die ich falsch fand und wo ich die Botschaft zweifelhaft finde.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine <3.
    Ja die Dimensionen sind da echt heftig und halt auch dem zunehmendem Konkurrenzkampf geschuldet. Je mehr Player da auf den Markt drängen, umso härter wird der Kampf um talentierte Autoren. Dass es weiterhin so viele Serien gibt, da bin ich mir auch ganz sicher, denn wie du schon schreibst: Disney+ startet in den kommenden Monaten, ich meine als deutsches Startdatum was von Mai 2020 gelesen zu haben und auch sie haben ja Eigenproduktionen geplant, wenn auch nicht in dem riesigen Umfang von Netflix und Prime. Dazu kommt noch Apple, die auch einiges in der Pipeline haben und nicht zu vergessen, dass Warner Bros. noch auf den Markt drängt, gerade das wird man bei Prime und Netflix spüren, weil die viele Warner Serien udn Filme im Programm haben, die dann wegfallen und die ich unfassbar gerne schaue :/. Somit: Wird die Anzahl der Serien definitiv erstmal weiter steigen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht zu Qualitätsverlusten führt. Am Ende wird vielleicht nur noch produziert, um so und so viele neue Inhalte bieten zu können, egal was es ist. Darunter gibt es dann einige Qualitätsserie, aber auch viel Beliebiges. Aber mal abwarten, vielleicht bewarheitet sich das ja auch nicht. Auf das Spin-Off zu "GoT" bin ich auch gespannt ,aber auch das wird wohl dann beim Streaming-Dienst von Warner vertrieben werden, denn ihnen gehört HBO und sie haben schon klar gemacht, dass die neuen Produktionen des Senders ihr Aushängeschild werden sollen.

    Dito gerade bei "Pretty Little Liars" bin ich da voll bei dir, da wären weniger Folgen vielleicht auch besser gewesen, gerade was den Plot anbelangt und vielleicht hätte man damit auch nicht so extrem den Überblick verloren. Am Ende machte die Auflösung da logisch gar keinen Sinn mehr und hatte unfassbar viele Plotlöcher. Bei Vampire Diaries ging es für mich noch, da fand ich eigentlich nur die 7. Staffel nicht der Knaller, den Rest schaue ich aber immer noch gerne. Bei der Folgenlänge bin ich wie gesagt komplett bei dir. Mir ist das auch zu lange.

    Das freut mich zu hören, dass du das Genre so magst. Bei mir stehen "The Expanse" und "Nightflyers" ja noch auf der Watchlist, hatte für die noch keine Zeit. "Lost in Space" reizt mich jetzt nicht so wirklich, dafür aber einige der geplanten Serien. Gerade im Filmbereich hatten mich einige Sci-Fi Filme auch überrascht. Ist ja sonst nicht mein Genre, aber gab einige der letzten Jahre, die ich echt mochte, wie auch Arrival. Kommt halt immer auf die Umsetzung an.

  2. Danke für deinen lieben Kommentar und das Kompliment! Freut mich sehr zu hören, dass du meine Argumentation schlüssig und noch dazu sachlich war, da hat sich die Überarbeitung ja gelohnt 😀 Und ja Bewertungen von Büchern, aber auch von Filmen sind stark subjektiv, sicherlich gibt es Dinge die man objektiv bewerten kann, dennoch spielen viele weitere Aspekte dorthinein. Wenn ich so recht überlege, eigentlich eine Idee für einen Beitrag.

    Ich hatte mit Science-Fiction eigentlich auch nie viel am Hut, aber durch interessante Filme aus den letzten Jahren wie unter anderem auch Arrival, habe ich das Genre für mich entdeckt, sodass ich da jetzt auch neuerdings Bücher aus dem Genre lese.

  3. Oh mein Gott, das ist EXAKT meine Meinung zum Buch. Ich mochte die Grundidee und den Schreibstil auch und war mir ebenso unschlüssig, was ich von der Protagonistin halte, weil sie zwar unsympathisch aber realistisch war. Deine Kritikpunkte sind auch exakt die gleichen wie meine. Der Betrug war auch mein Hauptproblem, genauso wie das Coming Out, was viel zu kurz und problemlos abgelaufen ist. Die Message an eine junge Zielgruppe finde ich auch echt fragwürdig. Zwar wird darauf hingewiesen, dass man jederzeit „nein“ sagen kann, aber sich dann doch nicht zu trauen finde ich nicht die richtige Botschaft. Schlimm fand ich auch, dass eben die Tatsache, dass sie den Sex nie gut fand, nicht darauf zurückgeführt wurde, dass es einfach nie der richtige Kerl war und sie gar keine Lust darauf hatte. So zu tun als gäbe es Bisexualität nicht ist nicht nur dumm, sondern absolut schädlich, gerade für Teenager die noch in der Selbstfindung sind.
    Tolle Rezension und sehr gut begründet!

  4. Hey du,
    ich habe mir nun einmal deine Fragen kopiert um sie dir beantworten zu können, haha.
    Habt ihr das Buch gelesen und was sagt ihr dazu? Ich habe das Buch tatsächlich nicht gelesen. Warum? Ich finde die Grundidee interessant, aber dann habe ich viel zu viele negative Stimmen gehört und irgendwie keine Lust mehr gehabt. Deshalb finde ich es gut, dass du auch du mit positiven Sachen beginnst, aber auch die kritischen Aspekte erläuterst.
    Findet ihr ich übertreibe und hebe zu stark den moralischen Zeigefinger oder seht ihr es ähnlich? Was ich dazu sage ist, dass ich das genauso sehe wie du. Ich finde vor allem in den Zitaten über den Sex verhält sich Sophie einfach falsch und wir können das in unserem Alter einschätzen, aber vierzehnjährige denken dann, dass sie den Sex einfach über sich ergehen lassen müssen und das ist definitiv nicht richtig.
    Was ich nun zu dem Buch sage? Ich werde es dennoch nicht lesen, auch wenn du positive Aspekte an der Geschichte gebracht hast, haben mir die negativen deutlich gezeigt, dass ich das Buch wirklich nicht lesen will.
    Alles Liebe
    Julia♥

    • Danke für deinen lieben Kommentar! Schön, dass du es auch so siehst. Sollte ich mich dafür entschuldigen, dass du das Buch jetzt nicht mehr lesen willst oder soll ich es gut finden ? 😀

  5. federecke

    Hallo Nadine,

    Jetzt bin ich sehr gespannt auf das Buch. Also wenn ich es nicht bereits auf de SuB hätte, würde ich mir verutlich jetzt drei mal überlegen, ob ich es noch kaufen möchte, aber so bin ich irgendwie noch gespannter. Eigentlich mag ich ihren Schreibstil ja, aber ich hatte schon dieses oder jenes gehört…
    Irgendwie bin ich aber auch hin- und hergerissen es doch nicht lesen zu wollen. Was will ich mit schlechter Repräsentation? Und schwarz-weiß-Denken nur Lesbisch/hetero mag ich auch nicht…
    Muss ich wohl noch ne Weile drüber nachdenken.
    Vielen Dank für diesen ehrlichen Beitrag.

  6. Hey Nadine,

    was für eine Rezension! Danke, wirklich.
    Ich habe das Buch oft gesehen, aber irgendwie, ich weiß auch nicht, keinen Draht dazu gefunden. Du hast es mir in vielen Punkten näher gebracht. Danke dir.
    Ich verstehe, warum dich die Geschichte so zurückgelassen hat, obwohl ich es nicht gelesen habe.
    Der moralische Aspekt ist so wichtig, gerade für die Zielgruppe.

    Ich frage mich gerade wie ich mit 14 war und muss zugeben, mir wäre damals schon klar gewesen, dass man sich beispielsweise nicht so benutzen lassen sollte. Ich hatte mich damals schon mit kritischen Jugendbüchern auseinander gesetzt, die arg heftig waren (obwohl sie 2001 in diesem maße noch recht rar waren).
    Natürlich trifft das nicht auf jeden jugendlichen Leser zu. Das ist klar 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    #Litnetzwerk

  7. Hey Nadine,

    Zu dem Buch gibt es ja ziemlich viele kritische Stimmen und ich muss sagen wenn ich die negativen Punkte so beschrieben bekomme – und das nicht nur von dir – sagt mir das Buch überhaupt nicht zu. Optisch und vom Klappentext hätte es mir sogar gefallen, aber ich weiß einfach, dass mich genau die Punkte die dich aufregen auch viel zu sehr wütend machen würden. Und ich fürchte mir würde dann auch ein guter Schreibstil oder halbwegs gut ausgearbeitete Charaktere nicht reichen.

    Liebste Grüße
    Jenny (Who is that Nerd?)

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