Warum Filme wie Love, Simon wichtig sind

Im 21. Jahrhundert sollte es mittlerweile doch eigentlich egal sein, welche Sexualität bzw. Geschlechtsidentität eine Person hat. Ob jetzt Hetero- oder Homosexualität, Transgender oder etwas ganz anderes ist – welche Rolle spielt es? Leider immer noch eine Große. Immer noch wird Heterosexualität als reguläre Norm angesehen und davon ausgegangen, dass eine „gesunde“ Beziehung aus Männlein und Weiblein besteht. Schon in der Kindheit beginnt eine Rollenerziehung, die einem eingetrichtert wird. Auch in der Filmbranche sieht es nicht anders aus – oder wie viele Filme im Mainstreambereich haben eine homosexuelle Hauptfigur? Genau einer: Love, Simon. Und daher ist dieser so wichtig!

Handlung

Der 17-jährige Simon ist schwul und bisher weiß es niemand – außer Blue, der dasselbe Geheimnis hat. Beide gehen auf die gleiche High-School. Allerdings ist seine Identität nicht bekannt, da sie anonym im Internet schreiben. Aufgrund von Unachtsamkeit entdeckt ein Mitschüler ihre E-Mails und beginnt Simon zu erpressen: Er outet ihn, wenn er ihm nicht hilft ein Mädchen zu beeindrucken, mit dem dieser befreundet ist.

Der Film basiert auf dem Buch Nur drei Worte von der Autorin Becky Albertalli, welches mir noch ein wenig besser gefallen hat. Dort kommen die süßen E-Mails der beiden einfach besser rüber und der Humor ist auch eher meins als im Film, wo ich durch die klassische High-School Aufmachung manche Stellen eher peinlich statt lustig empfunden habe. Dennoch ist es ein sehr witziger und vor allem emotionaler Film über die erste Liebe, Freundschaft und die Suche nach sich selbst, der einem teilweise Tränen in die Augen treibt! Zudem ist die Teenie-High-School Aufmachung eine Stärke des Films.

Während der dieses Jahr erschienene Film Call Me by Your Name eher weniger die breite Masse anspricht, trifft Love, Simon genau dort hin und wird mehr Zuschauer, insbesondere Jugendliche, in die Kinos locken. Und der eine oder andere wird bestimmt dankbar für den Film sein, weil er oder sie sich vielleicht in einer ähnlichen Lage befindet, sich mit ihrem Outing unsicher ist und somit mit Simon eine Identifikation bekommt.

Keine Stereotypen & mehr Toleranz

Aber der Film ist noch aus einem weiteren Grund von großer Wichtigkeit. Es ist ein Teenie Film und daher werden ihn sich auch eher Leute ansehen, die nichts mit dem Thema LGBT zu tun haben und zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung kommen. Diese können sehen, dass Homosexualität etwas völlig Normales ist. Der Film bricht mit klassischen Stereotypen, denn Simon trägt weder lila noch hat er eine zu hohe Stimme. Der Film zeigt, dass es nicht ein festes Bild gibt, dem man Leute zuordnen kann.

Vielleicht bin ich an dieser Stelle ein wenig zu optimistisch, aber ich glaube, dass der Film Toleranz in der Gesellschaft fördern kann. Also bitte mehr davon! Vielleicht fassen jetzt mehr Filmemacher den Entschluss, homo- oder transsexuelle Hauptfiguren zu etablieren. Und vielleicht wäre dies auch etwas für Kinderfilme? Wieso sollte nicht mal eine Prinzessin um das Herz einer Prinzessin kämpfen oder der Prinz um einen Prinzen?

Also markiert euch den 28. Juni dick im Kalender und geht ins Kino!

Dass ich den Film sechs Wochen vor Start sehen konnte, lag nicht daran, dass sich unser Blog in kurzer Zeit schon zu DEM Bücher- und Filmblog Deutschlands etabliert hat und wir zu Presseführungen eingeladen werden. Nein, dass war nur durch Dominik Porschen von dem Youtube Kanal Filmlounge möglich, der zu dem Film eine tolle Community Preview veranstaltet hat, bei der ich einen Platz gewonnen hatte.

LoveSImon

Zur Community Preview am 9. Mai im Kölner Filmpalast

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5 Kommentare

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