Lesemonat Januar | The Expanse, Hannah Arendt uvm.

Mit ein bisschen Verspätung gibt es meinen Lesemonat für den Januar. Zuvor habe ich euch von meinen Konzertbesuchen und meinen Filmhighlights berichtet, heute stelle ich euch meine gelesenen Bücher aus dem vergangenen Monat vor. Obwohl ich viel unterwegs war und an meiner Bachelor Arbeit geschrieben habe, sind ein paar zusammengekommen, von denen mir eins besonders gut gefallen hat, doch dazu später mehr.

Ronja Räuberstochter

„Eine Weile standen sie schweigend da und lauschten dem Zwitschern und Rauschen, dem Brausen und Singen und Plätschern in ihrem Wald. Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche waren voller Leben, von überall her erscholl das starke, wilde Lied des Frühlings. ‚hier stehe ich und spüre, wie der Winter aus mir herausrinnt‘, sagte Ronja. ‚Bald bin ich so leicht, dass ich fliegen kann.“

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Astrid Lindgren um Ronja die Räuberstochter. Für die #readingclassic Leserunde habe ich mein altes Exemplar aus dem Regal hervorgeholt, konnte mich aber nicht mehr erinnern, es als Kind gelesen zu haben. Ronja, die auf der Mattisburg aufwächst, freundet sich mit Birk Borkason an, dem Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka. Sie halten ihre Freundschaft geheim und als die Erwachsenen davon erfahren, flüchten sie in den Wald, weil sie nicht getrennt voneinander sein wollen.

Ronja ist eine selbstbewusstes Mädchen, die nicht brav den Anweisungen ihrer Eltern folgt, wenn sie diese nicht für richtig empfindet. Ihr Vater wirkt teilweise wie ein kleines störriges Kind, dass lange braucht, um wieder zur Besinnung zu kommen. Ihre Mutter hingegen mochte ich, sie weißt ihren Mann zurecht und sorgt sich um ihre Tochter.

Was mir gut gefallen hat: Die Ansätze von emanzipatorischen Figuren, auch wenn sie wieder in traditionelle Rollen verfallen (beispielsweise wo Ronja und Birk zusammen im Wald leben, übernimmt Ronja eher die klassische Frauenrolle) und die Thematisierung des Todes auf kindgerechte Weise.

Was mir nicht so gut gefallen hat: die Sprache, ich habe mich im gesamten Buch nicht mit dem Sprachstil von Astrid Lindgren anfreunden können und zeitweise habe ich das Buch trotz seiner kürze als etwas zäh empfunden.

The Red Scrolls of Magic

„Go back to where you came from”, muttered a man in Italian, […].
“I´ve always wondered what that saying is about,”, Magnus said casually. “I wasn´t born in Italy, but many people are who don´t fit your idea of what people born here like. Is it that you think their parents weren´t from here, or their grandparents? Why do people say it? Is the idea that everyone should go back to the very first place their ancestors came from?”

Am 1. März erscheint mit Chain of Gold ein weiterer Roman von Cassandra Clare aus dem Schattenjäger Universum. Ein guter Zeitpunkt, um als Vorgeschmack mit dem ersten Band der The Eldest Curses Trilogie zu beginnen. Nachdem großen Kampf im dritten Band von City of Glass wollen Magnus und Alec sich eine kleine Auszeit nehmen und sich auf einer Reise durch Europa besser kennenlernen. Start dafür ist die Stadt der Liebe, Paris. Für das Aufkommen von romantischer Stimmung ist nicht viel Zeit, ein Kult, der Dämonen heraufbeschwört und Feen umbringt, sorgt für Probleme und ihr Gründer soll niemand anders als Magnus sein, dem diese Tatsache aber entfallen ist.

Für Fans der Shadowhunter Welt und insbesondere Malec-Fans ist dieses Buch eine wahre Freude. Magnus ist so sarkastisch und schillernd wie eh und je und seine Bemerkungen haben mich oft zum Lachen gebracht. Besonders ins Herz geschlossen habe ich aber Alec. Ich bin in der The Mortal Instrument Reihe nicht vollständig mit ihm warmgeworden, dass hat dieses Buch geändert. Auf der einen Seite ist Alec ein mutiger, kämpferischer Schattenjäger, auf der anderen Seite in Bezug auf menschliche Beziehungen unsicher und schüchtern. Unsicherheit plagen ihn in der Beziehung mit Magnus und es ist wunderbar zu sehen, wie er sich öffnet und wie sie einander lieben.

Ihre Suche nach dem Kult führt sie nach Venedig, wo eine große Party stattfindet, auf der sich Alec komplett Fehl am Platz führt –  das Gefühl kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Einer der witzigsten Unterhaltungen gibt es dort mit dem Vampir Raphael. Hier wären wir bei einem weiteren Punkt: Das Widersehen mit Figuren aus dem Shadowhunter Universum. Tessa hat zwei kurze Auftritte sowie Helen und Aline kommen vor und mit ihnen gibt es einige tolle Szenen, die durch Alec Unbeholfenheit sehr amüsant sind.

Was mir besonders gut gefallen hat: Malec (!), der Humor und das Widersehen mit bekannten Figuren.

Was mir weiniger gut gefallen hat: Der Plot um den Kult selbst, man merkte das die Beziehung von Malec im Vordergrund liegt.

The Expanse: Abaddons Tor

“Violence is what people do when they run out of good ideas. It’s attractive because it’s simple, it’s direct, it’s almost always available as an option. When you can’t think of a good rebuttal for your opponent’s argument, you can always punch them in the face.”

Das Protomolekül hat im zweiten Band der Science-Fiction Reihe seine Umbauphase an der Venus beendet, ist weiter zum Uranus gewandert und hat dort einen großen Ring erschaffen. Vor diesem versammeln sich Erde, Mars und Gürtler. Was hat das Protomolekül vor? Was verbergt sich hinter dem Sternentor und welche militärische Einheit schafft es, sich einen Vorteil daraus zu ziehen?

Neben Holdan gibt es zwei neue Protagonisten aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Darunter ist die Predigerin Anna, die ihre Frau und Kind verlässt, um mit der zivilen Flotte der Erde den Ring zu erkunden. Da die talentierte Mechanikerin Naomi als Freundin von Holden in den Schatten gerückt wurde, habe ich mich gefreut, dass Anna mehr Platz eingeräumt wird. Ihr ist die Ergründung aus religiösen Gründen wichtig und sie sieht immer das Gute in jedem Menschen, egal wie ausweglos es auch erscheint. Die andere Person ist Bull, ein AAP Mitglied, der aber von der Erde kommt und von den Gürtlern daher nicht als Kapitän des umgebauten Schiff der Mormonen akzeptiert wird, weswegen er die Rolle des Sicherheitschef übernimmt. Er ist ein Anti-Held, eine skrupellose Person, die dennoch versucht, das richtige zu tun.

Wie auch in den Bänden zuvor sind es gerade die Nebenfiguren, die die Reihe ausmacht und die allesamt interessante Persönlichkeiten sind. Obwohl wir es mit einem Sternentor und einer außermenschlichen Intelligenz zu tun haben, erfahren wir sehr wenig darüber und es bleibt mysteriös. Der Fokus liegt auf der Menschheit, schaffen sich die verschiedenen Fraktionen in Ansicht einer neuen, großen Bedrohung zu verbünden oder nicht?

Was mit besonders gut gefallen hat: Die neuen Protagonisten und die Sog Wirkung, die sich gegen Mitte entfaltet hat. Das Tempo nimmt stetig zu und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

Was mir weniger gut gefallen hat: Die Nebenschauplätze sind zwar interessant, doch die Handlung kommt ansonsten nur wenig voran. Es bleibt offen, was es genau mit dem Ring auf sich hat, ist es eine Waffe oder ein Weg zu den Sternen? Vielleicht kann die Fortsetzung da mehr überzeugen.

Die drei Leben der Hannah Arendt

„Was immer ich auch tue, ich bin einfach unfähig, meine Augen von dem abzuwenden, was in der Welt rings um ich herum geschieht“ (S.128).

Wie der Titel schon sagt, wird in dem Graphic Novel das Leben der jüdisch deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt porträtiert. Man folgt einer faszinierende, intelligenten Frau durch ihr ereignisreiches Leben: Von ihrem Aufwachsen in Königsberg geht es über ihr Studium der Philosophie bei Martin Heidegger, mit dem sie eine Affäre beginnt, zu ihrem Umzug nach Berlin und der kurzen Ehe mit dem Philosophen Günther Anders Stern, weiter zu ihrer Inhaftierung durch die Gestapo und schließlich zu ihrer Flucht über die Tschechoslowakei, die sie erst nach Frankreich und dann in die USA führt. Gleichzeitig werden auch ihre berühmten Schriften thematisiert, der Eichmann Prozess angerissen und die Kritik, auf die sie mit der Banalität des Bösen stößt

Dies geschieht in eindrucksstarten Zeichnungen von Ken Krimstein, die rasant, aber ohne zu hetzen einen Hannah Arendts Leben näher bringen. Vieles wird nur angerissen und dennoch auf den Punkt gebracht. Der Graphic Novel bildet somit eine gute Grundlage, um sich weiter mit Hannah Arendt, ihrem Leben und ihren Werken zu beschäftigen.

Was mir besonders gut gefallen hat: Die Zeichnungen von Ken Krimstein, die dunkel gehalten sind und in denen Arendt mit einem grünen Kleidungsstück auffällt. Ganz große Kaufempfehlung!!

Kennt ihr eins der Bücher?
Was habt ihr im Januar gelesen?

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