Kino TAG über den magischen Ort für Filme #Kinoliebe

Das Licht geht aus, der Vorhang fährt auf – der Film setzt ein. Zwei Stunden gibt es nichts anderes auf der Welt als das Schauspiel auf der Leinwand, die visuell beeindruckende Inszenierung und packende Dialoge. Nirgendwo funktionieren Filme besser, nirgendwo sind Horrorfilme gruseliger, Dramen trauriger und Komödien witziger als im Kino. So praktisch Streamen auch sein mag, es kann nicht das Gefühl eines großen Kinosaals vermitteln, wenn man sich mit fremden Menschen und doch gemeinsam einen Film ansieht.

In dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, musste ich immer eine 40-minütige Autofahrt zum Kino einplanen. Bis ich 18 war, mussten mich meine Eltern zum Bahnhof fahren, damit ich weiter den Zug nehmen konnte. Im Umkreis meines Heimatortes gab es ausschließlich große Multiplex-Kinos. Für Filme wie Little Woman oder Parasite musste ich weiter nach Köln fahren.

Umso glücklicher war ich mit meinem Umzug nach Wuppertal. Hier habe ich drei Lichtspielhäuser und mit dem Rex und Cinema zudem zwei Programmkinos in unmittelbarer Nähe – ein Paradies für Filmliebhaber*innen wie mich.

Für blickfeld, der CampusZeitung der Uni Wuppertal habe ich diese vorgestellt und bin auf die mit der Coronakrise verbundenen Probleme eingegangen. Es gibt dabei einen. Am 7. Mai wird am Carnaper Platz ein Autokino eröffnet, das von Mustafa El Mesaoudi, Inhaber des Cinema und Rex, zusammen mit der Gaskessel Event GmbH organisiert. Näheres dazu erfahrt ihr hier.

Kino war für mich schon immer ein magischer Ort, den ich dank meiner Eltern schon früh für mich entdeckt habe. Statt König der Löwen oder Aladdin wecken Findet Nemo, Die Unglaublichen und Wall-E in mir Nostalgie und Kindheitserinnerungen (auf „Real“-Verfilmungen kann ich aber dennoch verzichten). Vom Shoppen habe ich als Kind nie etwas gehalten und nachdem wir während solcher Touren für mich alles gefunden hatten, haben mich meine Eltern im Kino „geparkt“, sind für sich einkaufen gegangen und haben mich anschließend wieder abgeholt.

Kino ist vor allem mit Erinnerungen und Erlebnissen verbunden. Um die geht es in einem TAG, den ich mir überlegt habe. Es geht um besondere, aber auch nervige Kino-Momente, um Filmevents und vieles mehr.

Mich würde es freuen, wenn ihr euch anschließen würdet, auf eurem Blog die folgenden Fragen beantwortet (gerne auch auf mich als Ideengeberin verweist) und wir gemeinsam ein wenig #Kinoliebe versprühen können.

Los geht’s:

 Was war dein erster Kinofilm?

Lars, der kleine Eisbär. Wirklich an den Film erinnern, kann ich mich aber nicht. Ich weiß nur noch, dass ein Maiskorn mich fast ins Jenseits befördert hätte. Ich hatte eins verschluckt und keine Luft mehr bekommen, mein Vater hat mich schließlich huckepack genommen und bei den Treppen runter zum Ausgang ist es schließlich rausgefallen. Danach habe ich erst einmal meine Begeisterung für Popcorn verloren.

 Was war dein letzter Kinofilm?

Little Woman von Greta Gerwig, den ich Ende Februar gesehen habe (schon viel zu lange her…). Mit ihrem Filmdebut Lady Bird hat sie mich schon sehr begeistert und hier hat sie wieder ihr Talent bewiesen. Erneut ist Saoirse Ronan in der Hauptrolle, die ich als Schauspielerin sehr mag. Sie spielt die ehrgeizige Jo, die Schriftstellerin werden möchte. Die Beziehung der vier Schwestern wurde schön dargestellt und jeder von ihnen wurdea ausreichend Raum gegeben. Der Film ist emotional, witzig, schauspielerisch top und die zwei Zeitebenen sind intelligent miteinander verworren. Hier freue ich besonders auf eine Zweitsichtung.

Wie oft gehst du ins Kino?

Wenn nicht gerade Corona ist, in der Regel ein bis vier Mal im Monat.

Bist du als Kind/ Jugendliche in einen Film gegangen, für den du nach FSK zu jung warst?

Ja zu Harry Potter und das Trimagische Turnier. Ich war neun, weswegen meine Eltern erst nicht wollten, dass ich ins Kino gehe. Habe sie dann mit meiner Tante überredet, da ich ja schließlich schon die Bücher gelesen hatte. Der vierte Teil war auch der erste Harry Potter Film, den ich im Kino gesehen habe und ich weiß, wie stolz ich war, zwischen den ganzen Erwachsenen im Saal zu sitzen. Daher habe ich auch eine besser Meinung über den Film als die meisten. Kurz danach habe ich mit meiner Tante auch Eragon gesehen, bei der schlechten Verfilmung hat sich das vorherige Überreden eigentlich nicht gelohnt. Als Jugendliche später nicht. Wie ich in der Einleitung geschrieben habe, gestaltete es sich auf dem Dorf etwas schwieriger mit einem Kinobesuch.

Welcher war der schlechteste Film, den du im Kino gesehen hast?

Das lässt sich leicht beantworten: Vampire Academy. Man war dieser Film Grütze! Der Trailer sah schon echt trashig aus, aber ich habe es probiert, weil ich die Buchreihe unfassbar liebe und richtig Lust auf eine epische Vampire-Sage hatte, die den langweiligen Biss-Kram ablöst. Doch leider wurde nichts daraus. Im Kino dachte ich mir irgendwann auch nur, ob ich mir da nicht eine Parodie anschaue. Auf der Busfahrt zurück habe ich mich mit der Freundin, mit der ich da war, ausgiebig über ihn ausgelassen.

Mulitplexkino oder Programmkino?

Beides. Muss aber auch sagen, dass ich ein Herz für kleine Programmkinos habe, da ich dort meine leckere Rhabarberschorle bekomme und kleinere Produktionen sehen kann. Fand es auf dem Dorf immer schade, dass viele Filme die mich interessieren, nie liefen und ich extra weit fahren musste. Schön ist auch, dass man bei Programmkinos die Möglichkeit bekommt, ältere Klassiker auf der Leinwand zu sehen oder einen Film im O-Ton. Außerdem dauert dort die Werbung keine zehn Jahre und ich hatte dort noch keine leuchtenden Handydisplays im Gegensatz zu Multiplexkinos  im Lichtfeld. Vielleicht auch nur ein Zufall.

Hast du schon ein Filmevent im Kino besucht?

Ja, am 21. Oktober 2015, dem Tag, an dem Marty McFly in der Zukunft gelandet ist, habe ich mit zwei Freundinnen alle drei Filme im Kino gesehen.

Hast du schon eine Sneak Previews besucht, magst du sie?

Ja, aber schon viel zu lange her, ich sollte noch mal mein Glück versuchen. Ich war bisher bei zwei und die Erfolgsquote lag genau bei 50/ 50. Der eine Film war komplett vergessenswert, der andere war Nice Guys mit Ryan Gosling und Russell Crowe. Als die beiden angezeigt wurden, hat der ganze Saal geklatscht. Der Saal war komplett voll und der Film hat dort seine Wirkung entfalten können, sehr witziger und unterhaltsam. Kann ihn sehr empfehlen. Aktuell ist er bei Netflix verfügbar

Warst du schon mal auf einem Filmfestival?

Leider nein.

O-Ton oder Synchro?

Meistens gehe ich in die synchronisierte Version, sie läuft einfach öfter. Wenn eine Vorstellung im O-Ton läuft und ich zu dem Zeitpunkt kann, nehme ich sie gerne mit.

Bist du schon mal im Kino eingeschlafen?

Nein, wobei zweimal fast. Eine der beiden Filme war Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Ich hatte die Woche nicht viel Schlaf gehabt, weil ich erst mit meinem Vater auf einem RHCP-Konzert in Köln war, wir am nächsten Tag früh raus mussten und es nach Wuppertal für den Umzug ging, der bis spät in die Nacht andauerte. Musste aber festgestellten, dass ich den Film bzw. die zweite Filmhälfte auch beim erneuten anschauen einschläfernd fand. Den Mittelteil vom dritten Film von Zurück in die Zukunft habe ich auch nur vage mitbekommen. Nach zwei Filmen ist irgendwann die Luft raus.

Was war dein schönster Moment im Kino?

Schwierig, da gibt es viele… Ich mag ja immer die Previews von Dominik Porschen von der Filmlounge sehr. Finde es immer wieder schön in einem vollen Saal mit Filmfans zu sitzen. Durch die Previews und Twitter habe ich auch liebe Menschen kennengelernt (auch das ist schon wieder viel zu lange her). Die Previews haben auch immer ihre eigene schöne Atmosphäre.

Popcorn oder Nachos?

Durch meine erste lebensgefährliche Begegnung mit Popcorn habe ich lange Zeit keins gegessen und Nachos genommen. Mittlerweile esse und mag ich auch wieder Popcorn, kaufe mir aber eher selten was im Kino, gerade wenn ich alleine gehe, nehme ich meistens nichts und wenn, wird es immer vor Filmstart gegessen. Währrend des Films stört es mich nur.

Der letzte Film, bei dem du im Kino geweint hast?

Bei Little Woman sind meine Augen ein wenig feucht geworden.

Dein nervigster Kinomoment?

Leider gibt es einige davon, wobei ich sagen muss, dass ich in der letzten Zeit Glück hatte. Bei Zurück in die Zukunft hatte ich drei junge Frauen neben mir sitzen, bei denen die eine der andere den Film erklärt hat. Pausenloses Gequatsche, ich musste sie dreimal darauf ansprechen und während ich beim ersten Mal noch sehr freundlich war, kann ich es beim dritten Mal nicht mehr behaupten. Ein anderer nerviger Besuch war La La Land, bei dem ich schlechte Laune bekommen habe, weil eine Reihe hinter uns so laut gequatscht- und an nicht witzigen Stellen gelacht wurde, sodass ich die Unterhaltungen im Film nicht mitbekommen habe. Noch dazu ist einer von ihnen die ganze Zeit aufgestanden, um sich sein nächstes Bier zu holen.

Gehst du auch öfter für den gleichen Film ins Kino?

Eher nicht. Ist mir meist zu teuer und möchte dann lieber verschiedene Filme sehen, oder ich möchte einen Film ein weiteres Mal sehen und dann läuft er nicht mehr. Bei La La Land war ich aufgrund des furchtbaren ersten Besuchs nochmal im Kino. Dieses Mal aber in einem Programmkino im O-Ton, da war ich dann auch ganz hin und weg von dem Film.

Hast du auch schon Fimklassiker auf der Leinwand gesehen?

Blade Runner, wobei hier leider, leider nur die zweite Hälfte. An dem Tag ist mir mein Handy kaputt gegangen: Displayschaden, nachdem es auf Fliesen gefallen ist. Leider hatte ich keine Arbanduhr, konnte die Freundin mit der ich verabredet war nicht erreichen und musste vorher noch Nachhilfe geben. So kam es, dass ich pünktlich eine Stunde zu spät da war (meine Verpeiltheitlässt grüßen). Gerade da Blade Runner zu einer meiner absoluten Lieblingsfilme zählt, war es sehr schade, doch zumindest habe ich ihn nicht vollständig verpasst. Der andere Film war zum 25. Jubiläum Schindlers Liste, den ich bis zu dem Zeitpunkten umgangen habe, da es keine leichte Kost ist. Dennoch ein wichtiger Film, den man gesehen haben sollte.

Was bedeutet Kino für dich?

Abschalten, abtauchen und Erholung. Wenn ich eine stressige Woche habe ertappe ich mich oft dabei, dass ich eher ins Kino gehe, als zu Hause eine DVD zu schauen, weil ich mich im Kino besser auf einen Film konzentrieren kann. Dort gibt es keine Ablenkung, man kann sich ganz und gar auf einen Film einlassen. Kino ist Emotion. Kino ist der Ort für Geschichten.

Geht ihr gerne ins Kino?
Was war euer schönster Kino Moment?

Zum Schluss möchte ich Nicole von Smalltownadventures, Karo von Fiktion fetzt und René von 11ersfilmkritiken taggen sowie jede Person, die Lust hat, mitzumachen. Nutzt dafür #Kinoliebe und verlinkt auf mich zurück. Und da Kino aktuell nicht möglich ist, wir aber doch alle möchten, zukünftig weiterhin dort Filme zu schauen, könnt ihr sie unterstützen, in dem ihr auf #hilfdeinemkino geht, euer Lieblingskino auswählt und euch einen Werbespot anseht. Einfach vor jedem (gestreamten) Film kurz einen laufen lassen – fertig. „Die Kinos erhalten den gleichen Anteil, den sie für die Spots im Kino bekommen hätten“, schreiben die Initiatoren der Aktion auf ihrer Seite. Daneben bieten viele Lichtspielhäuser Gutscheine zum Verkauf an.

Wenn ihr mitmacht, verlinkt mir euren Beitrag in den Kommentaren, dann füge ich euch bei der Liste hinzu 🙂

teilnehmende Blogs:
Kopf VS Herz
Fiktion Fetzt
Smalltownadventures
Sabrinas Welt
11ersFilmkritiken
Wortman 
VERfilmt&ZERlesen
Bettebookshop
Apokalypse Film
Sneakfilm
Hemator’s Blog

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