„Nein, ich schaue kein Game of Thrones!“

Wie man lebt, wenn man einen Serienhype nicht mitmacht

VON SARAH

Zu meiner Schulzeit spielten für mich vor allem zwei Serien eine große Rolle. Mit meinen Freunden stelle ich das Gruppenbild aus dem Vorspann von How I Met You Mother nach und Barneys Sprüche wurden von meinen Kumpels öfter zitiert. Außerdem war ich für meine Freunde Sheldon aus The Big Bang Theory und ziemlich lange auf der Suche nach meiner Amy, die sich manchmal auch nur als fieses kleines Biobakterium herausstellte. Diese Serien waren oft Gesprächsthema und wer mitreden wollte, sollte schon einen Großteil der Folgen gesehen haben. Ansonsten konnten Gespräche über den nackten Mann durchaus für Verwirrung sorgen.

Heute gibt es, zumindest nach meinem Empfinden, viel mehr Serien als damals. Und gefühlt jede neue löst einen Hype aus, dieses „Das musst du gesehen haben!“. Manchen Rufen folgt man (zum Beispiel dem nach You Are Wanted von meiner Schwester), aber viele andere ignoriert man auch einfach, weil man das restliche Leben dann völlig vergessen könnte – außer, man schaut alles zusammen und zwar in der Uni oder während der Arbeit.

Und wie ich hier so von Serienhypes rede, ist es bei der Überschrift doch schon klar, worum es in diesem Beitrag als nächstes gehen soll. Genau, Game of Thrones. Keine Angst, dieser Beitrag wird keine Spoiler enthalten, da ich in meinem ganzen Leben noch keine Folge dieser Serie gesehen habe. Okay, mal zehn Minuten beim Durchschalten im TV. Dennoch gibt es vor Game of Thrones in meinem Umfeld kein Entkommen. Es ist einfach überall. Was damit anfängt, dass meine Trainerin im Fitnessstudio ständig T-Shirts dieser Serie trägt. Es damit weitergeht, dass unser Dozent in Steuerlehre gerne die Einkommensteuer und andere lustige Dinge für Game of Thrones Charaktere berechnen ließ. Und schließlich damit endet, dass sich meine Freunde in meiner Gegenwart zum Teil nicht mal mehr auf Deutsch unterhalten, sondern irgendwelche Sprüche in was auch immer für einer Sprache austauschen. Lange Rede – kurzer Sinn: Ich könnte mich durchaus etwas ausgeschlossen fühlen.

Trotzdem fange ich nicht damit an, diese Serie zu schauen. Und habe es auch in naher Zukunft nicht vor. Ich möchte euch kurz erklären, wieso ich es nicht einsehe, diesen Serienhype mitzumachen. Zuerst einmal fehlt mir spontan die Zeit, mal eben sieben Staffel aufzuholen. Das sind zwar am Stück laut Google nur vier Tage, aber ich denke, ich muss diese Rechnung jetzt nicht weiter ausführen. Denn menschliche Bedürfnisse, das Studium und natürlich noch andere Serien gehen da durchaus vor. Weiterhin muss ich ehrlich sagen, dass mich das, was ich bisher über die Handlung gehört habe, so gar nicht interessiert. Ich war noch nie ein Fan des Mittelalters und mein zehnminütiger Eindruck war weiterhin sehr von viel Gewalt und Sex geprägt. Nicht unbedingt meine Lieblingsthemen bei einer Serie. Außerdem ist spontan kein Schauspieler dabei, wegen dem sich doch noch ein zweiter Blick lohnen würde. Alles in allem reizt mich einfach gar nichts an Game of Thrones und ich denke, das sollte man auch niemandem übelnehmen.

Denn jeder hängt sein Herz an andere Musiktitel, andere Bücher und eben auch an andere Serien. Die einen haben eben das Game of Thrones Poster an der Wand (Hallo Nadine) und die anderen die beiden Typen von Prison Break (Hallo an mich selbst). Und auch wenn es schön ist, sich mit anderen über die gleiche Serie zu unterhalten, sollte doch niemand verurteilt werden, nur weil er eben einen Hype nicht mitmacht. Denn dafür gibt es heutzutage meiner Meinung nach einfach zu viel Auswahl und man weiß gar nicht mehr, wo man noch anfangen soll.

Trotzdem muss ich selbstkritisch sagen: Vielleicht würde mir Game of Thrones gefallen, wenn ich der Serie eine Chance geben und die ersten Folgen anschauen würde. So ging es mir nämlich auch mit der Serie Sherlock. Die Filme fand ich nur mittelmäßig und daher hatte ich erst einmal keine Lust auf die Serie, da mir damals noch nicht so ganz klar war, dass das Ganze ins 21. Jahrhundert gebracht wurde. Dieser Fakt aber und die beiden wunderbaren Hauptdarsteller (Benedict Cumberbatch mochte ich schon vorher – spätestens seit The Imitation Game – sehr, Martin Freeman sollte ich später in der Serie StartUp noch mehr lieben lernen) überzeugten mich dann doch zu einem Blick. Und zack, vier Staffeln später bin ich wirklich traurig darüber, dass so schnell keine Fortsetzung in Sicht ist.

Aber was solls – letztlich habe ich weiterhin keine wirkliche Lust auf Game of Thrones und zumindest momentan etwas Ruhe davor. Denn bevor die nächste Staffel herauskommt (laut Google habe ich da wohl noch ein entspanntes Jahr), sollte der Hype eigentlich etwas eingeschlafen sein. Außer beim Sport und auf dem Blog, wenn die liebe Nadine wie letzte Woche etwas zu diesem Thema mitzuteilen hat, dürfte ich der ganzen Sache entgehen können. Und wer weiß, welche Serie als nächstes herauskommt und unbedingt gesehen werden muss. Zumindest bei der neuen You Are Wanted Staffel bin ich dann doch wieder dabei.

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