His Dark Materials 3: Staub, Mary und die Mulefa

Nach einer kleinen Bachelor Arbeits bedingten Pause geht es weiter mit der Erkundung der Welt von „His Dark Materials„. Nachdem ich es immer wieder angerissen habe, schauen wir uns heute den magischen Staub genauer an. Zudem werden wir noch eine weitere Welt besuchen.

Staub sind Teilchen, die man mit bloßen Auge nicht sehen kann. Lyra sieht sie zum ersten Mal auf einem Photogramm, dass Lord Astriel den Wissenschaftlern von Jordan College in Oxford zeigt. Durch eine Spezialemulsion ist der Mann auf dem Bild von Licht umgeben: „Er war in Licht gebadet, und seiner erhobenen Hand schien ein Strahl leuchtender Teilchen zu entströmen“ (B1, S. 29). Auf einem anderen Photogramm ist am Himmel eine Stadt einer anderen Welt zu sehen, die zuvor ohne die besondere Lösung nicht zu sehen war. Dort war auf dem Bild lediglich die Aurora, dass Nordlicht zu sehen. Lyra erfährt über den Staub, dass er sich bei Menschen, wenn sie erwachsen sind, sammelt und das die Kirche Angst vor ihm hat und deswegen Experimente mit Kindern macht. Mehr Informationen bekommt Lyra bei ihrer Begegnung mit der Wissenschaftlerin Dr. Mary Malone im zweiten Band „Das Magische Messer“.

Dr. Mary Malone stammt aus Oxford, dem Oxford von Will, also unseren Welt. Sie forscht zu dunkler Materie. Lyras Alethiometer schickt sie zu ihr und gibt ihr den Hinweis, sie nicht anzulügen. Erst ist Mary überrumpelt und weiß nicht wovon Lyra redet, erklärt ihr allerdings auf ihre Frage, was unter dunkler Materie zu verstehen ist:

„Draußen im All gibt es mehr Materie, als wir sehen können. Wir sehen die Sterne und Galaxien und alles, was scheint, aber damit das alles zusammenhält und nicht auseinander fliegt, muss noch viel mehr da sein – damit das mit der Schwerkraft funktioniert. Aber noch niemand hat dieses fehlende Etwas entdecken können. Deshalb gibt es viele verschiedene Forschungsprojekte, die herauszufinden versuchen, was es ist, darunter das“ (B2, S. 101).

Weiter erzählt sie ihr, dass es sich dabei um eine Art Elementarteilchen handelt, die aber schwierig sind nach zu weisen. Sie nennen sich Schattenteilchen oder Schatten und sie haben herausgefunden, dass sie ein Bewusstsein haben. Sie antworten den Menschen, die sie sehen können, wenn sie sich in einen bestimmten geistigen Zustand bringen. Marys Forschungsteam hat eine Möglichkeit gefunden und nachdem Lyra sie mit der Fähigkeit ihres Alethiomethers überzeugt hat, schließt sie Lyra an das Gerät an. Lyra muss sich dafür vor einem Bildschirm setzen und bekommt Gel für den elektrischen Kontakt auf die Haut geschmiert. Auf dem Bildschirm bilden sich die Bilder ihres Alethiomether, was ihr möglicht die Teilchen zu lesen. Sie erklärt Mary wie sie ihre Maschine in Wörter umstellt und verabschiedet sich von der verwirrten Wissenschaftlerin. Obwohl sie das ganze nicht versteht, hält sie sich an Lyras Anweisung. Dabei schafft sie es mit ihnen zu kommunizieren und erfährt, dass Lyras Staub und die dunkle Marterie dasselbe ist und sie wie vermutet ein Bewusstsein haben:

„Das Bewusstsein, das diese Fragen beantwortet, ist nicht das eines Menschen, oder?“
„Nein. Aber die Menschen kennen uns schon immer.“
„Uns? Seid ihr mehrere? Aber wer seid ihr?“
„Unzählige Milliarden. Engel.“
„Sind Engel Wesen aus Schattenmaterie?“
„Strukturen, Komplizierungen, ja.“
„Aus Staub? Und Schattenmaterie ist das, was wir Geist nennen?“
„In unserem Sein. Geist, in unserem Tun Materie. Geist und Materie sind eins.“ (S. 281f.)

Sie erzählen ihr außerdem, dass sie an der Evolution des Menschen beteiligt waren und das es sich bei ihnen um rebellierende Enge handelt. Sie teilen ihr mit, dass sie eine Reise unternehmen soll und die Schlange zu spielen hat. Klingelt es bei euch „Schlange“ im Kopf? Kommen wir aber erst zu Marys Reise.

Mary & die Mulefa

Über das Fenster, dass zuvor Will schon benutzt hat, landet Mary in Ci`gazze und davon in einer anderen Welt, die weniger mit der unseren zu tun. Dort begegnet sie Tieren auf Rädern, bei denen es sich um Samenkapseln handel: „Kreisrund, extrem hart und leicht – und damit bestens als Räder geeignet. Die Tiere hatten jeweils eine Kralle des Vorder- und Hinterbeins durch die Mitte gebohrt. Mit den seitlichen Beinen schoben sie sich an.“ (S. 58). Die Tiere selbst sahen aus wie Weidentiere, nur grau und schlanker, haben Hörner auf dem Kopf und Rüssel wie Elefanten sowie einen rautenförmigen Körperbau (Hier bin ich schon auf die Umsetzung der Serie gespannt). Wie Mary feststellt sind sie friedfertige Wesen. Sie versucht ihre Laute nachzumachen und raus kommt dabei das Wort „Mulefa“ heraus.

Mit der Zeit, die Mary bei ihr bleibt, lernt sie immer mehr ihre Sprache und bringt ihnen auch ein paar Worte bei. Sie erfährt, dass Mulefa die Gesamtheit mein und Zalif ein einzelner von ihnen ist. Es gibt auch Unterschiede in den Geschlechtern, die Mary aber nicht möglich ist, genau herauszuhören. Der Rüssel dient ihnen zur Verständigung, so kann eine Bewegung des Rüssels die Bedeutung des Lautes verändern, Mary versucht die Bewegung zu imitieren und freundet sich immer mehr mit ihnen an und wird in ihren Reihen aufgenommen. Die Kindheit der Mulefa dauert zehn Jahre an und die Kinder sind zu klein, um die Samenkapseln zu bedienen. Die Samenkapseln und das Öl aus ihnen, hat für sie eine große Bedeutung. Weswegen sie die Bäume pflegen, von denen sie kommen und von denen sie herunterfallen und durch die harte Straße aufplatzen. In ihnen sammelt sich das Öl, das im Zentrum ihres Denkens und Fühlens steht (vgl. B3, S. 142). Mit Atal, einem weiblichen Zalif versteht sich Mary besonders gut, ihr erzählt sie von ihrer Entdeckung der Schattenteilchen und stellt überraschend fest, dass die Mulefa es auch kennen: „Es ist kein wirkliches Licht, aber man kann es sehen und es ähnelt dem Licht auf dem Wasser bei Sonnenuntergang? Richtig? Atal bestätigte das.“ Bei ihnen klingt es nach etwas, dass Scarf oder Sarf heißt und es stammt aus ihnen selbst und aus dem Öl, allerdings erst wenn sie erwachsen sind. Sie existieren dreiunddreißigtausend Jahre und diese Zahl geht mit der Entdeckung des Scared einher:

„Seit wir über Sraf verfügen, verfügen wir über Gedächtnis und Bewusstsein. Vorher wussten wir gar nichts.
Welchem Ereignis verdankt ihr das Sraf?
Das hängt mit dem Gebrauch der Räder zusammen. Eines Tages entdeckte ein Mulefa ohne Namen eine Samenkapsel und begann damit zu spielen. […] Und das Öl drang in ihren Fuß und erleuchtete sie, und das Erste, was sie sah, war das Sraf. […] So nahmen sie und ihr Gefährte die erste beiden und da erkannten sie, wer sie waren. […] Da gaben sie einander Namen und nannten sich selbst Mulefa. Sie gaben auch dem Samenbaum einen Namen und allen anderen Geschöpfen und Planzen.“ (S.251f.).

Das Kinder wenn sie selbst alt genug sind, Sraf entwickeln, erinnert euch nicht an eine Information, die Lyra erfahren hatte? Staub bleibt nur bei den Erwachsenen hängen. Um das Sraf bzw. Staub sehen zu können, erstellt sie einen Gegenstand aus einer Lackscheibe, die sie mit dem Öl beschmiert und einem Rohr. Das Bernstein Teleskop ist entstanden. Nun sieht sie wie Lyra bei Lord Astriels Photogram die Schatten, die wie funkelndes Gold leuchten und stellt fest, wie schön es ist. Sie klettert auf den höchsten Baum und entdeckt eine Strömung der Teilchen, die davon geweht werden und Mary kam es so vor, „als ob auch das Glück, die Hoffnung und das Leben mit der Strömung verloren gingen. Das Ganze war ihr unerklärlich.“ (S.412). Mary macht es sich zur Aufgabe, herauszufinden, was es damit auf sich hat, denn es beeinflusst nicht nur die Mulefa, sondern alle Menschen und Wesen in sämtlichen Welten.

Was es damit auf sich hat und was Lyra und Will in der Zwischenzeit erlebt haben. darum wird es am Dienstag gehen. Morgen folgt ein Glossar zur Übersicht zu allen wichtigen Figuren, Wesen und Orte. Ich hoffe, euch dann wieder hier begrüßen zu dürfen.

 

 

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