Game of Thrones SE8 EP6 Spoiler Talk

Lange haben wir auf die letzte Folge hin gefiebert und jetzt ist eine Ära zu Ende gegangen. Bittersüß sollte es werden – doch was ist genau bittersüß? Ein trauriges, aber dennoch hoffnungsvoller Abschluss? Ich hatte hohe Erwartung und bin gleichzeitig durch die vergangenen Folgen, die mir nicht zugesagt haben, skeptisch geworden. Wurde ich enttäuscht, bin ich zufrieden? Ich weiß es nicht. Die Folge hat mich – irgendwie – ein wenig kalt gelassen. Sie hat mich nur selten emotional erreicht. Die zweite Folge der achten Staffel hatte mich emotional viel stärker eingenommen, dort saß ich gepackt vor dem Bildschirm und habe bei Podricks Song eine Gänsehaut bekommen. Trotz meiner Probleme der dritten Folge war ein großer Moment, als Theon gestorben ist. Dort sind mir Träne in die Augen getreten. Ich dachte, ich würde in der letzten Folge viel mehr mitfiebern. Stattdessen war ich eine stumme Beobachterin. Einige Dinge habe ich erwartet, andere Dinge haben mich überrascht und wiederum andere haben mich gestört. Doch fangen wir heute chronologisch an.

Der Beginn der Folge war wieder das Game of Thrones, welches ich liebe. Es wurde sich Zeit genommen und eine bedrückende Atmosphäre wurde aufgebaut und gezeigt, wie Tyrion durch das zerstörte Kingslanding geht. Auch die Inszenierung von Danys Herr hat mir gefallen. Die stillstehenden Unbefleckten und zwischen ihnen die Drothaki hat an eine erschreckende Diktatur erinnert. In Danys Rede hat sich ihr Wahnsinn herauskristallisiert, auch wenn sich hier gefragt werden konnte, wie die Drothakie sie hinten verstehen, aber gut. Der Moment, wo Tyrion, dass Zeichen der Hand hingeworfen hat, mochte ich ebenfalls sowie später sein Gespräch mit Jon, wo mich Jons „She is my queen“ etwas genervt hat. Schließlich bringt er sie doch um, vielleicht hat mich die Szene, trotz ihrer Inszenierung emotional nicht erreicht, da diese Handlung so vorhersehbar war. Darauf hin zerstört ihr Drache Drogon den Eisernen Thron und lest Jon leben  – okay. Wird der Dreiäugige Rabe nun von seinem Rollstuhl aus regieren? Ein großartiger Moment war für mich, als Drogen Dany vorsichtig genommen hat und mit ihr davon geflogen ist.

Jon wurde schließlich verhaftet, wo ich mich die Frage gestellt habe, warum, wenn keine Zeugen anwesend waren und hätte Grauer Wurm ihn nicht versucht umzubringen? Zumindest ist einige Zeit vergangen und Tyrion wird einem Rat vorgeführt und wer sitzt dort – der gute Edmund Tully. Da haben die Serienmacher ihn die ganzen letzten Staffeln vergessen und jetzt sitzt er dort, ohne das es eine Erklärung gibt? Halten die Serienmacher die Zuschauer für so dumm, dass sie seine Gefangenschaft bei den Frays vergessen haben? Wie hat er diese überlebt? Wer hat ihn befreit? Keine Informationen, es wurde ja nicht einmal gezeigt, wie die anderen Häuser reagiert haben, dass Arya ein gesamtes Haus ausgelöscht hat. Schade finde ich auch, dass Ashas Reaktion auf den Tod ihres Bruders nicht gezeigt wurde, warum konnte sich dafür in der letzten Folge keine Zeit genommen werden? Sam äußert sich schließlich für mehr Demokratie, was von den anderen belächelt wird. Dann schlägt Tyrion den Dreiäurigen Raben als König vor. In dem Moment dachte ich mir nur: WTF?? Ich hätte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Die nutzloseste Person, deren Potential total verschenkt wurde, wird König von Westeros? Hat er deswegen nichts gemacht, weil er wusste, dass er später König wird oder was? Die Unabhänigkeit des Nordens kam so auch recht simple. Wieso verlangt Dorne und Asha nicht ebenfalls die Unabhängigkeit? Unverständlich war für mich, dass Bronn zum Meister der Münze ernannt wurde. Dafür war es ein schöner Moment, wo Sam das Buch mit dem Titel „Das Lied von Eis und Feuer“ Tyrion überreicht, der überrascht ist, dass er nicht dort drin steht. Auch wenn es nicht passt, dass er plötzlich Maester ist.

Dass Jons wahre Herkunft keine Rolle mehr gespielt, hat mich erst irritiert, dann fand ich es aber nicht schlimm, weil Jon jetzt das bekommen hatte, was er nie hatte: Freiheit. Er zieht mit dem freien Volk in den Norden und trifft auf Ghost wieder (ach war das schön). Er wollte nie Lord Kommadant oder König werden. Ich mochte an dieser Sequenz die Parallele zu der ersten Folge, wo das Tor für die drei Männer aus der Nachtwache geöffnet wurde und sie mit ihren Pferden, wie Jon und Tormund, herausgeritten sind. Ein bitterer Beigeschmack hat die Szene mit der Erinnerung bekommen, dass in der ersten Folge, als sie ausgeritten sind, auf die Weißen Wanderer gestoßen sind, die seit der dritten Folge einfach keine Rolle mehr gespielt haben, mit keinem Wort wurden sie mehr erwähnt. Ich habe schon fast gehofft, dass jetzt ein Weißerer Wanderer auftauen würde, so nach dem Motto „Haha wir sind gar nicht alle Tod“. Doch stattdessen blüht eine kleine Pflanze im Schnee auf – das war es wohl mit dem großen Winter, der versprochen wurde? Zum Abschluss gab es eine wunderschöne Parallelsequenz von Jon, Arya und Sansa – jede Person von ihnen ist da, wo sie hingehören.

Was ist nun meine abschließende Meinung zu der Folge? Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich muss mir die Folge nochmal anschauen, um mir über meine Meinung sicher zu sein. Es ist nicht das, was ich erwartet habe, was per se ja nicht schlecht ist. Es gab viele toll inszenierte Momente (der Anfang, Drogo, das Ende mit dem Bezug zur ersten Folge und die Parallelsequenz). Daneben gab es aber auch Logiklöscher (Edmund Tully). Dennoch hätte ich mir unter bittersüß etwas anderes vorgestellt und besonders das Wissen, nichts über die Weißen Wanderer zu wissen, hinterlässt einen Beigeschmack. Das Der dreiäugige Rabe König ist, daran muss ich mich auch erst gewöhnen…

Ich glaube, mir hätte das Ende besser gefallen, wenn es nicht so übereilt gekommen wäre, wenn man aus den sechs Folgen zwei Staffeln gemacht hätte, dann hätte sich das Ganze runder angefühlt und es gäbe mehr Zeit für wichtige Szenen, die so übergangen worden.

Wie hat euch die Folge gefallen?
Seid ihr zufrieden über das Ende oder nicht? Was störrt euch, was fandet ihr gut?

5 Kommentare

  1. Das Hetzen durch die Staffel ist das größte Manko gewesen. Kein Erzählstrang irgendeiner Figur wurde dadurch logisch beendet. Bei einigen waren die Entscheidungen so gar nicht nachvollziehbar. Das Ende war dann vielleicht ein bisschen zu Happy End-like, aber im Großen und Ganzen rund und gelungen.

  2. Pingback: TAG: Sunshine Blogger Award – Zwischen Worten

  3. Ich habe es ja schon auf Twitter geschrieben, dass mich das Ende nicht überzeugt hat. Gelungen fand den ich den Anfang der Folge bis zu dem Moment als Jon Dany umbringt (was natürlich vorhersehbar war, aber zumindest logisch Sinn gemacht hat), mit dem Zeitsprung geht es für mich bergab. Ab da bin ich kein Fan der Auflösung, weil es wie du schon schreibst mehr als ein Logikloch gibt und ganz ehrlich Bran auf dem eisernen Thron? Fühlt sich falsch an, weil er halt die ganze Staffel nur in der Ecke saß und vor sich hergestarrt hat. Er hat ja null zu den Entwicklungen beigetragen und hat ja immer wieder betont, er will kein König sein und dann sagt er sofort Ja? Komisch. Hätte er das nicht auch vorhersehen müssen. Auch das der Norden unabhängig ist, was mich natürlich für Sansa freut und uns die tolle Abschlussszene von ihr beschert, ist logisch nicht sauber, denn warum fordern das die anderen nicht und überhaupt was wurde überhaupt aus all den anderen Orten? Auch die spielten ja keine wirklich rolle. Die Aufklärung rund um die Weiße wanderer und den Night King fehlt mir auch, gerade weil das so elementar wichtig war. Finde das ist halt dann echt lazy writing, wie man so schön sagt, weil so ein Mysterium aufgelöst werden muss und es da einfach auch ne Erklärung braucht wie sie entstanden sind usw.

    Aryas Ende konnte mich nicht überzeugen, wie sie shippert nun einfach in der Welgeschichte rum und das wars? Jons Ende mag ich zwar, aber auch hier, was ist nun der Sinn der Nachtwache, wenn die Bedrohung ausgeschaltet ist?

    Da hätte ich mir lieber Sansa als Königin gewünscht oder sogar Jon, der ja Anspruch auf den Thron hatte, als das was man uns serviert hat. Für mich fühlt es sich so an, als sei man einfach mit der Auflösung gegangen ,auf die niemand gesetzt hat, unabhängig davon ob die jetzt Sinn macht.

    Trotzdem: Eine schlechte finale Staffel macht für mich nicht die gleich Serie schlecht. Sicherlich kritisiere ich das Finale, finde es ist auch legitim da seine Meinung zu sagen, aber man darf die vorherigen Staffeln nicht vergessen. Da hat man uns ja einige spannend, schockierenden Staffel geschenkt, mit Szenen die ich nie vergessen werde und Momenten, die die TV-Welt revolutioniert haben. Und was die Optik anbelangt gibt es ja auch bei der finalen Staffeln nicht zu meckern, das war auf hohem Niveau, auch in der Finalfolge, egal wie viel Sinn die nun bei genauer Betrachtung macht.

    Ich habe für mich beschlossen mir nun doch die Bücher vorzunehmen und hoffe, dass das Ende da besser getroffen ist.

  4. Pingback: Was geschah… im Mai 2019 | Wörter auf Reise

  5. Das war eine ziemliche Hetze durch die Folgen…
    Dieses Tribunal habe ich auch nicht ganz verstanden… Normal hätten die anderen auch ihre Unabhängigkeit kund tun müssen.
    Naja… die Logikfehler haben hier besonders zugeschlagen.
    Das Ende: Ok, hätte man weitaus besser machen können aber ich kann damit leben. Jetzt warten wir auf die SpinOffs 😆

    Ich vergnüge mich derzeit mit der Serie Arthdal Chronicles. Echt cool und hat ein bisschen was von GoT 😉

Kommentar verfassen