Filme und ich

Meine Liebe zum gesprochenen Wort

Schon seit ich klein bin, hege ich eine große Begeisterung für das Medium Film. Grund dafür sind meine Eltern, die früh mit mir ins Kino gegangen sind. Mit ihnen habe ich beispielsweise Pixafilme wie Findet Nemo, die Unglaublichen und WALL E gesehen. Ich habe es geliebt (und liebe es immer noch) ins Kino zu gehen. Den dunklen Saal mit seiner alles verschlingenden, riesigen Leinwand, in dem man für die Dauer des Films komplett abgeschottet von der Außenwelt ist. In diesem Moment gibt es nur noch die Geschichte, die erzählten Bilder. Alles andere tritt in den Hintergrund.

Da ich als Kind überhaupt nicht gerne einkaufen gegangen bin, haben meine Eltern mich in einen Film gesetzt, um währenddessen für sich in Ruhe Kleider kaufen zu gehen. Ja ihr habt richtig gelesen, meine Eltern haben mich im Kino abgesetzt. Während der größte Teil meines Freundeskreises heute noch nicht alleine ins Kino gehen würden, habe ich es damals schon gerne gemacht. Während des Films sind Unterhaltungen eh verboten, also warum nicht?

Weil mit neun Jahren durch Harry Potter meine Begeisterung für das Fantasy Genre erwacht ist, habe ich mir daraufhin mit meinen Eltern Der König von Narnia angesehen. Diesen habe ich wegen seinen fantastischen Wesen und der Idee mit einer Welt hinter einem Kleiderschrank geliebt (wie cool ist das denn bitte??). Nach dem Kinobesuch hat mein Vater mir von Herr der Ringe erzählt, an den ihn der Film (in einer schlechteren Version) erinnerte hatte. Neugierig von der Geschichte mussten davon die DVDs her. Und ja, Herr der Ringe ist deutlich besser (Überraschung).

Wie kein anderer hat mein Vater meinen Filmgeschmack geprägt. Durch ihn habe ich unter anderem Zurück in die Zukunft, Terminator und Das Leben des Brian gesehen. Letzteres führte zu einem kleinen Running Gag zu Hause. Wenn meine Mutter mit etwas falsch liegt, bekommt sie immer von uns zu hören: „Auf den Poden mit dir, du pöser Pursche!“ Sie kann mit dem Humor von Monty Python überhaupt nichts anfangen und verdreht daraufhin als Antwort nur genervt die Augen.

Leider hat mein Vater die Angewohnheit Filme zu spoilern. So erzählte er mir in aller Genauigkeit das Ende von Einer flog übers Kuckucksnest und auch die komplette Handlung von Die Klapperschlange war mir schon vorher bekannt.

Durch seinen Einfluss habe ich mir schon früh gerne „alte Filme“ angesehen, was meine damaligen Klassenkameraden überhaupt nicht verstehen konnten. Die Filme von Matthias Schweighöfer sind doch so viel besser, hieß es da oft (über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Qualität allerdings nicht).

Mein Traumberuf war daher auch lange Zeit Regisseurin zu werden. Ich träumte davon eigene Filme zu inszenieren und drehte ein paar kleine Videos mit meinen zwei Cousinen. Zum Glück sind die Aufnahmen verschollen, denn diese waren wirklich, wirklich schlecht. Denn abgesehen von unseren großartigen schauspielerischen Fähigkeiten besaß ich eine Kamera mit der man gerade so scharfe Bilder schießen konnte. Meinen Wunsch nach einer vernünftigen Kamera haben mir meine Eltern leider nie erfüllt. „Die sind doch viel zu teuer. Wofür brauchst du die denn?“, waren ihre Antworten auf mein Flehen. Da wollten zwei Personen einfach nicht in meine Filmkarriere investieren! Nach der katastrophalen Verfilmung eines meiner Lieblingskinderbücher Tintenherz, hegte sich in mir Entschluss, später vernünftige Buchverfilmungen zu produzieren. Bisher ist aus meiner glorreichen Filmkarriere leider nichts geworden, auch wenn ich nach dem Abitur überlegte hatte, in die Richtung zu studieren. Was aber geblieben ist, ist meine Begeisterung zu Filmen. Ferner bin ich mittlerweile davon weggegangen, diese lediglich aus einem emotionalen Blickwinkel zu betrachten. Stattdessen interessiert es mich nun, wie sie gemacht werden. Zwar studiere ich nur Germanistik, aber hier besteht gelegentlich die Möglichkeit, meine Begeisterung für Filme auszuleben. So zum Beispiel in ÄDL (Ältere deutsche Literatur, Anm. der Nichtgermanistin) mit einem Essay zu Game of Thrones oder in NDL (Neue deutsche Literatur, Anm. der Nichtgermanistin) mit einem Essay zu Pans Labyrinth.

An dieser Stelle könnte die Frage gestellt werden, wieso sich mit Filmen beschäftigen, wenn es doch reicht, diese einfach zu schauen und sich von ihnen berieseln zu lassen? Klar schalte ich auch gerne mal mein Gehirn aus, aber viel interessanter ist es, etwas mitzunehmen. Die Beschäftigung mit der Theorie führt dazu, Filme mit einem anderen Blick zu schauen, sie anders wahrzunehmen. Und ist das nicht faszinierend?

Passend hierzu empfehle ich euch zum Schluss ein spannendes und lehreiches Video zur „Magie und Psychologie des Filmschnitts“ des Youtube Kanals Cinema strikes back.

 

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