Der Unsichtbare: Stalking auf einem neuen Level

Es braucht nicht immer die größten Schocker und die blutrünstige Szenen, gerade psychische Horror lässt einen schockiert im Kinosessel zurück. Das beweist die moderne Adaption von H.G. Wells gleichnamigen Werk Der Unsichtbare, der vergangen Donnerstag, am 27. Februar in den Kinos gestartet ist. Ein Blick auf Elisabeth Moss und man weiß, was ihre Figur bei ihrem Freund durchlitten hat. Cecilia Kass möchte nur fort von ihren gewalttätigen Freund, der sie manipuliert und der jede Handlung, jedes Wort und jeden Gedanken von ihr kontrollieren will. Doch auch nach seinem vermeintlichen Selbstmord lässt er sie nicht in Ruhe, verfolgt sie, tyrannisiert und manipulieret sie weiter. Zumindest ist sie sich da sicher. Nur wie beweist man eine Person, die niemand sehen kann? Die Verzweiflung und Wut, dass niemanden einen glaubt, zeigt Moss eindrucksvoll. Denn was ist schlimmer als Stallking? Stalking, das dir niemand glaubt. Und hier liegen die Stärken des Films, in seinem psychischen Horror. Auf dieser psychischen Ebene hätte der Film gerne weiter verweilen können, die Action in der zweiten Hälfte war nicht notwendig und hat den Sog, den der Film zu Beginn aufgebaut hat, gebrochen und Logiklöcher gelegt. Mehr dazu in meiner Kritik:

Eckdaten:

Regisseur*in: Leigh Whannell
Drehbuchautor*in: Leigh Whannell
Kameramann/Kamerafrau: Stefan Duscio
Darsteller*innen: Elisabeth Moss, Oliver Jackson-Cohen, Aldis Hodge
Musik: Benjamin Wallfisch
Dauer: 110 Min

Die Anfangssequenz

In einer Nacht und Nebelaktion wagt Cecilia zu fliehen. Mit dieser Szene setzt der Film an und zeigt, wie schlimm es ihr bei ihrem Freund ergangen ist, wenn sie zu so drastischen Maßnahmen greift. Alles ist ins kleinste Detail geplant. Man folgt ihr durch das riesige luxiöse Haus, das direkt am Meer liegt. Das Rauschen der Wellen ist zu hören und nur wenig Licht umgibt das Ambiente. In jeder Sekunde lauert die Sorge, dass etwas passiert, er auftaucht und sie aufhalten könnte. Kameras umgeben das ganze Haus und durch eine beobachtet Cecilia ihren Freund auf dem Handy und bei jeder kurzen Umdrehung im Schlaf zuckt man zusammen. Leigh Whannell erschafft in den ersten Minuten eine eindrückliche Atmosphäre, die Lust auf mehr macht.

Nicht das Übernatürliche ist es, das erschreckt, sondern
die Abgründe der Menschen

Der Unsichtbare: Stalking auf einem neuen Level

Der Gang zum Briefkasten ist auch nach Wochen schwierig für Cecila, sie ist traumatisiert und eine lange Verschnaufpause wird ihr nicht gegönnt, die Kleinigkeiten Haufen sich an, erst verschwindet ein Messer, dann wird ihr im Schlaf die Decke weggezogen und dann zeigen sich unerklärliche Fußabdrücke auf dem Teppich ab. Ceceila beginnt immer und überall ihren Ex Freund Adrian zu vermuten. Da gibt es interessante Kameraeinstellungen, wenn sie nur seitlich im Bild steht und in der Mitte jemand unsichtbares sein könnte. Das ist alles top im Szene gesetzt. Der Psycho-Terror nimmt auch immer zu – bis zu einen erschreckenden Moment. Leider hält sich das Niveau nicht und der Film fällt in ein mittelmäßigen Action-Horror mit ein paar Logiklöschern hinab.

Was ist, wenn dir niemand glaubt?

Fazit: Ein solider Film mit einer atmosphärischen ersten Hälfte und der hervorragenden Leistung von Elisabeth Moss. Leider schwächelt er im Verlauf. Der Unsichtbare ist kein Meisterwerk, doch wer gut Unterhalten werde möchte, macht mit einem Kinobesuch nichts falsch und verbringt dort zwei spannende Stunden.

Habt ihr den Film schon gesehen? Was ist eure Meinung? Lasst es mich gerne in den Kommentar wissen. Hier kommt ihr zu meinem letzten Beitrag, in dem ich euch drei fabelhafte Filmen von Frauen vorstelle. Schaut gerne vorbei, ansonsten hoffe ich, euch bald bei einem weiteren Beitrag begrüßen zu dürfen.

3 Kommentare

  1. Das hört sich durchaus sehr spannend an 😀 wandert direkt auf meine to watch Liste! Danke fürs vorstellen!

  2. Wörter auf Reise

    Gerne! Schön, dass ich dich neugierig machen konnte. Viel Spaß 🙂

  3. In den USA geht der Film ja gerade durch die Decke und spielt unfassbar gute Eregebnisse ein – eine Fortsetzung, dürfte da wohl schon in Arbeit sein. Zumindest lese ich ständig, dass es wohl geplant sei, den Film weiterzuführen und daraus eine Horrorreihe zu machen. Ob sich das anbietet weiß ich nicht, weil ich ihn leider noch nicht geshen habe. Als Horror-Fan und auch Fan der Hauptdarstellerin, will ich mir „Der Unsichtbare“ aber definitiv irgenwann anschauen. Fürs Kino reicht bei mir aktuell die Zeit nicht, aber gibt die Filme ja immer flotter per VoD. Schade nur, dass er das Niveau nicht hält, aber ich erwarte eigentlich auch nur einen unterhaltsamen, soliden Horrorfilm, bei dem man sich nicht allzu sehr langweilt. Das mit der Logik ist ja im Bereich Horror eh so ne Sache, fägt man an die zu hinterfragen, dann fallen viele Filme wie ein Kartenhaus zusammen. Weiß nicht, wie treu sie da der Buchvorlage geblieben sind, vielleicht hätte das geholfen, denn ich meine schon gehört zu haben, dass der eher lose auf seiner Vorlage basiert.

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