Filmempfehlung: Der Junge muss an die frische Luft

Was wäre die Welt ohne Humor, ohne Unterhaltung? Was trägt ein*e Filmmacher*in, ein Comedian zur Welt bei? Weder rettet er oder sie Menschenleben, baut Häuser oder jagt Verbrecher. Im Gegensatz dazu ist Unterhaltung doch irrelevant, oder nicht?
Sicherlich, eine Gesellschaft benötigt Ärzte und es ist ungemein wichtig diese zu haben. Nur kann nicht jeder Medizin studieren und das die Welt auch Humor benötigt, Menschen, die andere zum Lachen bringen, zeigt der Film Der Junge muss an die frische Luft auf wunderbare Art und Weise.

Mit dem zwölfjährigen Jungen Julius Weckauf wurde die perfekte Person für die Rolle von Hape Kerkeling besetzt. Kaum vorstellbar, dass es sein erster Kinofilm ist, so souverän spielt er sich mit seiner liebevollen und tollpatschigen Art in die Herzen der Zuschauer*innen. Statt wegen seiner moppeligen Statur, mit der er schwer auf das Pferd kommt, ausgelacht zu werden, dreht er den Spieß um, macht daraus eine kleine Show. Seine Familie und besonders seine Mutter versucht er stets mit Späßen aufzuheitern, was in traurigen Szenen sehr Herzzerreißend ist. Auch alle anderen machen einen guten Job und durch die Sprechweise wird ein authentisches Bild vermittelt.Der Junge muss an die frische Luft basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Hape Kerkeling und erzählt, wie er in den 70er Jahren im Ruhrgebiet in Recklinghausen aufgewachsen ist. Zwar ist der Film schon im Dezember angelaufen, jedoch bin ich jetzt erst dazu gekommen, ihn anzusehen. Da ich den Kinosaal begeistert verlassen habe, wollte ich ein paar Worte zu dem Film sagen und ihn euch empfehlen. So oft wird sich über den deutschen Film beschwert. Der Junge muss an die frische Luft beweist, dass es nicht nur plumpe deutsche Komödien gibt.

Anders als der Trailer vielleicht vermuten lässt, gibt es neben einigen witzigen Momenten, viele tragische, bei der meine Augen nicht trocken geblieben sind und ich einer Freundin, mit der ich im Kino war, noch Taschentücher anreichen musste. Da ich vorher weder das Buch gelesen habe, noch mich näher mit der Biografie von Hape Kerkeling auseinandergesetzt habe, gab es für mich überraschende Entwicklungen, die behutsam „angeteasert“ wurden

Trotz der Autobiografie von Hape Kerkeling und dem Aufzeigen, wie er groß geworden ist und wie seine Figur des Horst Schlemmers entstanden ist, steht im Mittelpunkt die Familie, wie wichtig sie für die persönliche Entwicklung ist und wie wichtig es ist, in schwierigen Situationen zusammenzuhalten. Es ist in ein Familienfilm, ein Film, in dem sich alle Generationen wiederfinden werden. Regisseurin Caroline Link geliebt es dabei nicht in Kitsch zu verfallen und schafft den Spagat zwischen Tragik und Komik.

Habt ihr den Film schon gesehen? Wenn ja, wie hat er euch gefallen? 🙂

8 Kommentare

  1. Ich habe den Film noch nicht gesehen – der läuft hier aber auch nicht (mal wieder – die „Segen“ eines Kleinstadtkinos…). Ich habe jetzt aber auch schon öfter gehört und gelesen, dass er echt toll sein soll!

  2. Hab bisher nur positive Stimme zum Film gehört. Leider bin ich selbst noch nicht dazu gekommen, ihn zu sehen. Aber bei so viel Euphorie komme ich wohl nicht umhin dies zu ändern.

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