Eindrücke aus London (2)

In London gibt es viel zu entdecken. Auch bei meinem dritten Besuch gab es viele Plätze und Orte, die ich zum ersten Mal erkundet habe und immer noch habe ich nicht alles gesehen. Den Osten rund um Brick Lane und Shoreditch, die für ihre Graffiti-Künste berühmt sind, haben wir beispielsweise am letzten Tag dann doch ausgeklammert. Dennoch haben wir viel in London unternommen und nachdem ich euch am Mittwoch von unserem Ankunftstag berichtet habe, stehen heute die restlichen Tage auf dem Programm. 

2. Tag

Mit unserem Airbnb hätten wir es nicht besser treffen können. Jeden Morgen wurde unsvon unserer Gastgeberin ein leckeres Frühstück gezaubert. Neben Joghurt und Croissants gab es frisch zubereitetes Rührei und traditionelle englische Crumpets, die ich jetzt für mich entdeckt habe. Somit sind wir immer perfekt in den Tag gestartet und konnten mit einem vollgestopften Magen die Stadt erkunden.

Der erste Stopp führte uns nach Notting Hill, genauer gesagt zu einer berühmten blauen Tür, hinter der William und sein schräger Mitbewohner Spike wohnen. Falls ihr es noch nicht gemerkt habt, die Rede ist von dem gleichnamigen Film Notting Hill aus dem Jahre 1999. Als Liebling des Films musste ich der berühmten Tür in der 280 Westbourne Park Road natürlich einen Besuch abstatten. Statt eindrucksvoll war diese aber reparaturbedürftig. Dennoch hat sich ein Spaziergang durch die Gegend mit seinen schönen weißen Häusern gelohnt.

Durch meine Internetrecherchen erfuhr ich, dass unweit der blauen Tür der Holland Park, mit dem Kyoto Garden, liegt. Da dieser auf den Bildern so schön aussah, haben wir ihn auf unsere Liste gesetzt und das zum Glück. Denn der kleine japanische Garten ist in echt noch viel schöner als auf den Fotos. Immer wieder seltsam, dass es so einen idyllischen Ort, mit Vögeln und Pfauen, in einer ansonsten lauten Stadt gibt. Um den See sammelten sich viele Künstler, die den Wasserfall malten. Für einen kurzen Augenblick sagte auch die Sonne hallo und wir konnten, mit Blick auf den Wasserfall, unsere Mittagspause machen.

Anschließend fuhren wir in die Innenstadt, zur Oxford Street, wo wir nach dem Aussteigen der U-Bahn erst einmal von den ganzen Menschen erschlagen wurden. Im Shoppen vertieft, fuhren wir später als geplant zurück in die Wohnung, um uns für den Theaterbesuch fertig zu machen. Daher blieb nur Zeit für einen kurzen Stopp beim Bäcker, doch die ganze Hektik war mit einem Mal vergessen, als ich vom weiten das Palace Theater ausgemacht habe, über dessen Eingang Harry Potter and the Cursed Child aufleuchtete. Bei dem Anblick konnte ich auch einen kleinen Freudenschrei nicht unterdrücken. Zu dem Theaterbesuch wird es einen separaten Beitrag geben, da es ansonsten hier etwas den Rahmen sprengen würde.

Tag 3.

Der dritte Tag wurde direkt von einem Highlight eingeleitet, dem Camden Market. Durch den Hype um diesen Markt war ich erst ein wenig skeptisch, wie er diesem gerecht kommen? Nach meinem Besuch konnte ich die Begeisterung der Menschen verstehen, denn auch uns hatte es die dortige Atmosphäre angetan. Neben den klassischen Ständen von Kleidern und Film T-Shirts gab es auch hochwertige Sachen und eine große kulinarische Auswahl an Essenständen. Leider waren wir noch satt vom Frühstück und hatten nur einen Platz für einen Smoothie, der aber köstlich war.

Wieder war es der kalte Wind, der uns davon abhielt, noch länger dort zu verweilen. Daher ging es über den Bahnhof Kings Cross weiter zum Piccadelly Circus, wo sich gerade eine Menschenmasse um einen Straßenmusiker gebildet hatte. Natürlich wurde welches Lied gespielt? Na klar, Wonderwall von Oasis.

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Unweit vom Piccadelly Circus wartete nach Harry Potter und Notting Hill eine weitere Filmkulisse auf uns. Nämlich der Herrenausstattter Huntsman in der 11 Savile Row. Gerne hätte ich überprüft, ob ich durch die Umkleidekabine zu dem Hauptquartier der Kingsman komme, aber das wäre als Frau bei einem Herrenausstatter wohl doch etwas auffällig geworden.

Kingsman

Auf Empfehlung von der lieben Nicole vom Blog „Smalltownadventure“ waren wir bei  Franco Manco Pizza essen, die dort wirklich lecker sind. Lediglich das Ambiente hat mir aufgrund der Geräuschkulisse nicht ganz zugesagt. Mit einem Cupcake als Nachtisch haben wir uns auf den Weg zum Buckingham Palace gemacht, den wir eigentlich dort an dem Brunnen essen wollten. Doch das Wetter war nicht auf unserer Seite. Die Queen konnten wir leider auch nicht besuchen, denn die war unterwegs – die englische Flagge war am Buckimham Palace gehisst und nicht die königliche.

Tag 5.

Und schon ist der letzte Tag angebrochen, an dem es für die Wachablösung wieder zum Buckingham Palace ging. Danach arbeiteten wir noch das klassische London Sightseeing Programm ab. Leider konnte man vom Big Ben bis auf die Uhr nichts erkennen, der war nämlich in einem großen grünen Gerüst eingepackt. Am letzten Tag meinte das englische Wetter es noch einmal sehr gut mit uns, Sonne, Regen und Hagel innerhalb von fünf Minuten. Noch dazu war es extrem windig, wie zu dem Zeitpunkt auch zu Hause in der Heimat. Das sorgte für das Aufkeimen meiner Flugangst, da konnte der vegetarische Burger im Byron noch so gut schmecken. Dort habe ich zum ersten Mal einen Burger mit Jackfruit gegessen. Von dem Fleischersatz hatte ich bisher nur im Fernsehen von gehört und noch nie in Deutschland gesehen. Es schmeckt lecker, allerdings war der Burger mit seinen 13 Pfund preislich auch nicht gerade günstig.

Der Rückflug war letztendlich auch entspannt und frei von Turbulenzen. Zum Glück sind wir spät abends zurückgeflogen und der Sturm hatte sich wieder etwas abgeschwächt. Da habe ich meine arme beste Freundin umsonst in den Wahnsinn getrieben, ich glaube in diesem Leben werde ich keine Karriere als Quiditschspielerin einschlagen.

Viel zu schnell gingen die fünf Tage um. Es waren fünf wunderschöne Tage. Falls jemand mit gezählt hat, und sich fragt, wo denn der Tag Nr. 4 geblieben ist, ja da waren wir auf der Warner Bros. Studio Tour, zu dem es, wie zu dem Theaterstück, einen separaten Beitrag geben wird. Selbstverständlich bleibt ein Urlaub in London ohne eine kleine Shopping Tour nicht aus. Daher ist mein Koffer ein wenig voller wieder mit nach Hause geflogen.

GekauftesDinge, die ich ansonsten noch aus dem Urlaub mitgenommen habe:

  • Ich bin ruhig und ohne Turbulenzen geflogen, meine Panik kann ich beim nächsten Mal also sein lassen
  • Die Menschen aus London haben scheinbar kein Kälteempfinden
  • Ampeln sind in London nur zu Dekorationszwecken da
  • Es gibt gratis Wasser im Theater und das Wasser wird in Restaurants nicht abgebucht! Wie toll ist das denn bitte? Ich bin dafür, dass dies auch in Deutschland eingeführt wird! Das hat mir in London meinen Geldbeutel gerettet
  • Crumpets sind richtig lecker! Wenn ich nochmal in Köln bin, werde ich mir aus dem englischen Supermarkt nochmal eine Packung mitnehmen und ich habe auch vor, sie mal selbst zu machen (falls ich die passenden Utensilien dazu finde)
  • klassisches Airbnb ist eine super Sache und ich würde es jedes Mal dem Hotel vorziehen
  • für Potterheads gibt es keine bessere Stadt, ich bin noch nie so vielen Menschen mit Harry Potter Schals begegnet, einmal meinte ein Mädchen auch zu uns: „I like your Harry Potter scarfs“. In Deutschland bin ich damit meistens undercover unterwegs
  • auf Rolltreppen bleiben wirklich alle auf der rechten Seite stehen
  • Pläne sind schön und gut, aber man muss sich auch nicht haargenau daran halten, mehr Spontanität bitte!
  • Regenschirme leben in England nicht lange
  • schwarzer Tee ist was Feines, habe ich jetzt auch morgens eingeführt
  • ich könnte nochmal mein englisch auffrischen, ich weiß zwar was Gegengift heißt (Antidote – danke Vampire Diaries an dieser Stelle), aber die einfachsten Vokabeln wie Löffel fielen mir einfach nicht ein
  • London ist eine vielfältige Stadt, wo ich immer wieder hinreisen kann.

Ward ihr schon mal in London?
Was gefällt euch an London?
Und hat euch mein „kleiner“ Reisebericht gefallen?
Hier kommt ihr zum Teil 1.

4 Kommentare

  1. Jaa das mit den einfachen Vokabeln ging mir auch so. Zum Glück war ich mit einer Freundin da, deren Muttersprache Englisch ist. Die wusste also auch die leichtesten Wörter, was mir dann doch etwas peinlich war, denn eigentlich ist mein Englisch auch gut, aber gibt halt dann doch so Begriffe die hört man nach dem Ende der Schulzeit nicht mehr regelmäßig und die wollen einem dann nicht einfallen. Bei mir war es beispielsweise das englische Wort für Briefmarken :D.

    In deinem heutigen Post kamen bei mir nun auch Erinnerungen hoch, denn am Buckhingham Palace waren wir auch, genauso wie die typische Touri Route abgeklappert wurde und es ging auch shoppen. Camden Market steht bei mir hingegen noch aus, schade das für den damals die Zeit fehlte. Nothing Hill habe ich ja letztens Weihnachten angeschaut, als ich krank im Bett lag und jetzt verstehe ich auch, wieso der so gehypt wird. Typischer Liebesfilm, der mir auch gut gefallen hat. Somit steht das natürlich jetzt auch auf meiner Muss ich sehen liste.

    Ich bin schon soo gespannt auf deine Beiträge zu Harry Potter. Vor allem die Studiotour. Ich denke da noch heute gerne dran zurück. Das Geld lohnt sich echt. Freut mich aber, dass dir die Pizza auch geschmeckt hat. Okay das Ambiente ist jetzt nicht typisch Restaurant, bei uns war es auch sehr voll und laut, aber dafür passt der Preis und das Essen ist hochwertig. Das war mir aufgrund der horrenden Preise in manchen Lokalen dann doch wichtiger. Im Byron waren wir auch. Da gibt es echt ein paar Burger, die nicht günstig sind. Fand es aber dort auch sehr lecker.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
    Wobei Vampire Academy ja laut der Buchleser nicht unbedingt gut geworden ist. Ich fand ihn unterhaltsam, aber auch etwas trashig, dabei hätte das Potenzial gehabt. Aktuell sind ja gerade solche Internats-Geschichten in Kombi mit dem Übernatürlichem angesagt. Gab letztens auch einen kryptischen Tweet des offiziellen Buchaccounts, der andeutet, dass es da eventuell eine erneute Verfilmung geben könnte. Fände ich gut. Kenne die Bücher zwar nicht, aber glaube das passt ganz gut zum aktuellen Trend.
    Bei The Originals verstehe ich auch nicht, wieso es so lange dauert bis die Serie online geht. Habe da schon die Befürchtung das die gar nicht mehr kommt, weil Warner ja in diesem Jahr einen eigenen Streaming Dienst startet und The Originals ist eine Produktion von Warner. Ich drücke aber die Daumen.

    Oh ja Blogs sind bei mir auch ein Bücher-Lieferant. Meine Wunschliste ist ins Unendliche gewachsen, was nicht nur ein Zeit- sondern auch ein Geldproblem mit sich bringt xD. Ich verstehe nicht, wieso den Demonstranten vorgeworfen wird, sie hätten bei anderen Themen nichts gemacht? Das hat doch nichts miteinander zu tun. Jeder kann von diesem Recht Gebrauch machen, unabhängig davon wie politisch er zuvor war. Anstatt das Positive zu sehen, nämlich das sich junge Leute plötzlich mit politischen Themen auseinandersetzen, wird nur das Negative gesehen. Schade. Das ist ja bei Friday for Future auch nicht anders, wo den Schülern vorgeworden wird, sie würden ja noch fliegen und sich somit privat gar nicht dafür interessieren. Auch das tut ja nichts zur Sache, man kann sich trotzdem engagieren, auch wenn man nicht vegan lebt und Öko-Kleidung trägt.

    Ja genau das ist bei mir auch der Grund, wieso ich nicht alleine ins Kino gehe. Der Sprit ist da auch ein Faktor, der das ganze noch teurer macht. Der Film mit Dylan und Gary Oldman war zumindest angekündigt, angeblich sei der jetzt bei Imdb bei Dylan wieder verschwunden. Dabei gab es schon unzählige Meldungen, denke da müssen wir einfach mal abwarten, was damit nun ist. Ich hoffe auf jeden Fall, dass der zustande kommt, weil ich die Kombi auch cool finde und mal was anderes.

    Da hast du Recht, man kann aber wohl auch bei längeren Krankheiten usw. eine Verlängerung in der Mitgliedschaft der Familienkrankenkasse beantragen. Das sind aber dann echt Härtefälle, was auf die wenigsten zutrifft. Ausbildung zählt da leider nicht dazu, was ich nicht verstehe. Es müsste so vieles in unserem System an neue Gegebenheiten angepasst werden und nichts passiert.

  2. Pingback: Was geschah… im März 2019 | Wörter auf Reise

  3. Hallo Nadine,

    London nach Filmen zu besuchen, finde ich cool. Damit habe ich mich nie wirklich beschäftigt, aber es macht so Sinn. Ich bin gespannt auf die weiteren Beiträge!

    Liebe Grüße
    Tina

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