500 Days of Summer: die Macht von Musik & Schnitt | meine Lieblingsfilme

Es gibt Filme, die man immer und immer wieder anschauen kann. Filme, die man beinahe fließend mitsprechen kann und die einen jedes Mal aufs Neue begeistern – meine persönlichen Favoriten möchte ich euch in einer kleinen Reihe vorstellen, nicht in regelmäßigen Abschnitten, doch immer mal wieder soll es um einen von ihnen gehen. Den Anfang macht 500 Days of Summer, in dem Tom in 500 Tagen versucht, das Herz von Summer zu gewinnen. Der Film ist emotional, witzig, traurig und macht gleichzeitig glücklich und gibt Hoffnung. Zu Beginn habe ich als Eindruck den Trailer für euch:

Urheberrecht: Fox Searchlight

Nicht-chronologische Erzählweise

Ein Element, das 500 Days of Summer von anderen Filmen des Genres abgrenzt und ihn auszeichnet ist die nicht-chronologische Erzählweise. Es beginnt mit einer Trennung, Tom steht in der Küche und zertrümmert Teller bis seine Schwester kommt und ihn fragt was passiert ist. Erst danach wird das Kennenlernen gezeigt, Tom, studierter Architekt, arbeitet als Glückwunschkarten-Gestalter in Los Angeles. Summer fängt in der Firma als neue Assistentin des Chefs an und Tom verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Er ist der hoffnungslose Romantiker, sie glaubt nicht an die Liebe. Wie der Erzähler sagt: „This is not a love story, this is a story about love.“

In kleineren und größeren Szenen, die nicht linear ablaufen und intelligent ineinander verwogen sind, wird eine Geschichte über die Liebe erzählt. Vor jede Szene wird angezeigt, welcher Tag von den 500 es ist und die Farbgestaltung gibt die Stimmung vor. Man sieht Tom und Summer bei Ikea, im Kino, Karaoke singen, sich näher kommen und wieder voneinander entfernen – Szenen, die aus dem Leben gegriffen sind. Mit dieser Art der Erzählweise gelingt es Regisseur Marc Webb eine Liebesgeschichte, die sich so ähnlich in verschiedenen Variationen überall auf der Welt ereignet, nicht langweilig zu zeigen, sondern dem Alltäglichen etwas „Magisches“ zu verleihen. Durch die nicht-chronologische Abläufe gibt es auch Szenen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt Sinn ergeben und das macht gerade eine zweite und mehrfachte Sichtung aus.

Der Schnitt

500 Days of SummerAls Person, die Filme liebt, aber keine filmische Ausbildung oder Studium absolviert hat, fällt etwas wie ein Schnitt meistens nicht auf. Wenn man nicht genau aufpasst, nimmt man beispielsweise einen J-Cut (man hört den Ton der nachfolgenden Szene, bevor man sie sieht) nicht wahr. Doch bei 500 Days of Summer ist es hervorzuheben, da gerade der Zusammenschnitt der einzelnen kürzeren und längeren Szenen den Film ausmacht. Um ein Beispiel zu nennen: Tom läuft nach fröhlich durch die Stadt und steigt mit einem Strahlen in den Fahrstuhl seiner Arbeit, aus dem er in der nächsten Szene niedergeschlagen heraussteigt.

Die Musik in 500 Days of Summer

Musik spielt im Film eine große Rolle, sie trägt die Szenen und fügt sich in die Stimmung und in die Handlung ein. Der Compilation-Score (Zusammenstellung von bereits existierenden Liedern) läuft bei mir immer noch häufig, obwohl ich den Film vor Jahren das erste Mal gesehen habe. Bei „You make my dreams“ kann ich nicht anders als gute Laune haben. Wenn ich Songs von dem Album höre, habe ich direkt die Szenen vor dem Auge. Durch 500 Days of Summer habe ich auch Wolfmother und The Smith für mich entdeckt.

Die Chemie zwischen Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel

Ohne eine Chemie zwischen seinen Hauptdarstellern funktioniert ein Liebesfilm nicht und die ist zwischen Joseph Gordon Levitt und Zooey Deschanel gegeben. Beide harmonieren perfekt zusammen. Positiv ist auch, dass Zooey Deschanels Figur nicht als die „Böse“ dargestellt wird, die Tom ausnutzt. Sie sagt von Anfang klar was sie möchte und Tom ist derjenige, der sie idealisiert.

Die Realität vs. Erwartung Szene

Der letzte Punkt ist meine Lieblingsszene, die ich leider aus urheberrechtlichen Gründen nicht  einfügen konnte, ebenso war ich mir bei dem Szenenbild unsicher. Die Szene setzt mit Hero von Regina Spektor an und ich bekomme bei dem Song jedes Mal eine Gänsehaut. Tom ist auf den Weg zu Summers Geburtstag. In einem Split Screen (das Bild ist in zwei Hälfte geteilt) wird links gezeigt, wie Tom sich den Abend vorgestellt hat und recht, wie der wirklich verläuft. Und wann verläuft im Leben mal alles nach Erwartung? Ich kenne dieses Gefühl so gut, wie man im Kopf alles durchspielt und am Ende steht man wie Tom allein mit seinem Getränk… Es ist eine realistische, meisterhaft gemachte Szene mit vielen Details in der Musik erneut eine große Rolle spielt und schließt mit einem Endbild ab, das man sich aufhängen möchte.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Gründen überzeugen:)
Habt ihr den Film schon gesehen?
Was sind eure Lieblingsfilme?

Hier kommt ihr zu meinem letzten Filmbeitrag, in dem ich euch Den Unsichtbaren vorgestellt habe. Zu einer meiner absoluten Favoriten aus diesem Jahr, Little Woman, gibt es bei Franziska vom Blog Lesemaedchen eine schöne Rezension, schaut dort auch gerne vorbei.

2 Kommentare

  1. Ich liebe deine Begeisterung für diesen Film! Ich fand ihn gut, an Stellen ein bisschen schnulzig, aber es gibt echt nichts schöneres als Menschen dabei zuzuhören/lesen, wie sie komplett über Filme/Serien/Bücher abgeeken. <3

  2. Wörter auf Reise

    Wobei ich ja finde das sich der Schnulz Faktor in Grenzen hält, bin da sonst auch immer empfindlich 😀 Hehe, freut mich <3

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